Ernst Corinth über
That Thing You Do
Tom Hanks erste
Regiearbeit ist gewiß kein künstlerisches Meisterwerk,
aber nach knapp zwei Stunden verläßt man das Kino, ist
gut gelaunt und ein bißchen nostalgisch gestimmt. Und der
Popsong (geschrieben von Adam Schlesinger), der diesem Film den
Namen gab, den wird man so leicht nicht mehr los.
Erzählt wird vom schnellen
Aufstieg einer amerikanischen Provinzband. Von vier jungen Leuten,
deren einziger Traum es ist, Popstar zu werden, und die, wir
schreiben das Jahr 1964, natürlich spielen und klingen wie die
Beatles. Dank eines ausgebufften, aber im Grunde herzensguten
Managers (Tom Hanks) wird der Traum wahr. Doch auf dem Gipfel ihrer
Karriere - ihr erster Song ist ganz oben in der Hitparade -
zerplatzt er wieder. Die Band geht auseinander. Sie ist halt nur,
wie ihr Manager sagt, ein "Ein-Hit-Wunder''.
Diese Geschichte hat Tom Hanks
mit jungen unbekannten Schauspielern inszeniert. Einziger Star ist
Liv Tyler, die geheimnisvolle Hübsche aus Bernardo Bertoluccis
"Gefühl und Verführung''. Und herausgekommen ist dabei
eine wundersame, sentimentale Zeitreise. Ein buntes unschuldiges
Popmärchen über eine Zeit als die Welt noch in Ordnung
war. Die Jugendrebellion noch in den Kinderschuhen steckte. An den
Vietnam-Krieg noch nicht zu denken war. Eine Sonnenbrille noch
einen Popstar ausmachte und Popkarrieren nicht an Alkohol und
Drogen, sondern an der Liebe zu jungen Mädels scheiterten. -
Das klingt vielleicht alles arg naiv. Aber schön war es doch,
schön wie dieser Film.
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