Ernst Corinth über Agent 00

Einen Vorteil hat Leslie Nielsens neuster Klamaukstreich: Man spart ungemein Zeit. Denn in nur 80 Minuten sieht man die schönsten, die albernsten und die absurdesten Szenen der letzten Kinojahre. Da brüllt und rülpst ein Dino aus dem "Jurassic Park", das Kampfflugzeug ist aus dem "True Lies", der Bus aus "Speed", die Uniformen sind aus "Rambo", die singenden Nonnen aus "Sister Act", und der Rest samt Personal stammt direkt vom großen Kollegen James Bond.

Und im Stil des eleganten 007 muß sich auch Doppelnull Nielsen mit einem schlimmen Schurken herumschlagen. Ein Kerl, der zwar armlos, aber nie harmlos ist, die Welt vernichten und ein schönes Mädchen dabei in die Luft sprengen will. Doch schon nach dem dritten gerührten Cocktail ist ihm Agent 00 auf der Spur, und dann setzt es fürchterlich Haue.

Einige Szenen und Parodien sind wirklich komisch und Leslie Nielsens Grimassen nicht von schlechten Eltern. Doch leider fehlt Rick Friedbergs Film ein auch nur einigermaßen schlüssiges Konzept, von einer Dramaturgie mal ganz zu schweigen. Entstanden ist also bloß eine recht harmlose Nummernrevue, die nie den Witz der genial blöden "Nackte-Kanonen"-Reihe erreicht.

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