Gerhard Heeke über Das Relikt

»Das Relikt« kommt direkt aus dem südamerikanischen Dschungel ins Naturkundemuseum Chicago. Dabei wäre es besser im tiefen Regenwald geblieben, denn die Lebenserwartungen der Personen, die ihm zu nahe kommen, liegen praktisch bei Null. Aber bis das bekannt wird dauert es noch was. Denn zunächst findet die junge Doktorin Margo Green (Penelope Ann Miller) in einer Kiste nur seltsames Blattwerk und mysteriöse Pilze unbekannter Herkunft. Der Polizist Vincent D'Agosta (Tom Sizemore) glaubt es dagegen mit einem irren Serienkiller zu tun zu haben, der schon die Besatzung eines südamerikanischen Frachters hingemetzelt hat. Kurz darauf wird ein Wächter des Museums auf die gleiche Art und Weise umgebracht.

D'Agosta läßt das Museum schließen. In den weit verzweigten unterirdischen Gängen des Museums wird schließlich auch ein Mann, der vermutliche Täter, gefunden. Das Museum kann also die lang erwartete Ausstellung zum Thema Aberglauben eröffnen. Und so findet sich jede Menge Prominenz zur Ausstellungseröffnung und zum Abendessen ein. Nur das niemand mehr damit rechnet, selber das Abendessen zu sein ...

Das Relikt ist ein sehr spannender und mit einigen Splattereffekten versehener Horrorfilm. Er ist damit definitiv nichts für zartbesaitete Gemüter. Alle anderen erwarten fast zwei Stunden nervenzerfetzende Kinounterhaltung. Die einzelnen Elemente der Geschichte und der genreüblichen Special-Effects sind zwar bekannt, aber dennoch gelingt es dem Regisseur Peter Hyams den stoff geradlinig zu erzählen und die Spannung in den Vordergrund zu stellen. Die Verfolgungsjagden in den »Katakomben« des Museums erinnern an die Hatz in »Aliens«.

Tom Sizemore spielt den selber abergläubischen Polizisten mit einer gekonnten Mischung aus Ernsthaftigkeit und Humor. So kann man sich einen amerikanischen Großstadtpolizisten einer Mordkommission gut vorstellen. Auch Penelope Ann Miller als Biologin hat mir gutgefallen. Auch ihr nimmt man die nur an der Forschung interessierte Wissenschaftlerin sofort ab. Aber - wie so oft in diesem Genre - müssen die Schauspieler gegen die Handlung zurücktreten. Zumindest ich werde mich in ein paar Monaten nur noch an die gruselig-spannende Story zurückerinnern und Schwierigkeiten haben, mich an die Darsteller zu erinnern. Das ist schade, denn die beiden verdienen Besseres. Aber vielleicht haben wir ja Glück und sehen sie nicht zum letzten Male auf der großen Leinwand.

Fazit: Sehr spannender Horrorfilm.

7 von 10 Relikten

Dirk Jasper FilmLexikon
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