Familienväter
haben es schwer. Das weiß man, aber manchmal kommt es für
die armen Kerle richtig dicke. Beispielsweise in "Mississippi
Delta", wo der väterliche Held erst mehrere Mafia-Banden samt
einem halben Dutzend sadistischer Profikiller liquidieren muß,
damit er am Schluß endlich seine süß schlummernde
Adoptivtochter (Samantha Lagpacan) in den Arm nehmen
kann.
In den genau 132 Kinominuten geschieht jedoch noch wesentlich mehr. Und die Fülle an Themen, Motiven und Zitaten böte eigentlich reichlich Stoff für vier oder fünf weitere Filme. Doch Regisseur Phil Joanou bekommt diese Vielfalt leider nie in den Griff: Die leidlich spannende Geschichte wirkt völlig überfrachtet. Die Motive der handelnden Personen bleiben unklar oder sind sogar unlogisch. Die Lösung am Ende ist eher läppisch und die Sache mit den alles entscheidenden Kondenswasserspuren schlicht lächerlich. Im Mittelpunkt der chaotischen Geschehnisse steht Dave Robicheaux (Alec Baldwin). Ein ehemaliger Polizist, der mit Alkoholproblemen zu kämpfen und nach einer mörderischen Schießerei seinen Job an den Nagel gehängt hat, um zukünftig als Bootsverleiher seine Familie zu ernähren. Doch dann sprengt die Mafia ein Flugzeug in die Luft, das ausgerechnet unserem Dave, der gerade auf seinem schönen Boot mit seiner langweiligen Frau (Kelly Lynch) schlafen möchte, beinahe auf den Kopf fällt. Statt sich also sexuell zu vergnügen, springt er mutig ins kalte Wasser, taucht nach Überlebenden, rettet ein Kind aus den versunkenen Trümmern - und erfährt gut eine Kinostunde später, dass böse Jungs ihre dreckigen Finger im Spiel haben. Danach geht's richtig los: Die
ersten Profikiller tauchen auf. Dave bekommt die erste Flasche
über den Kopf. Seine Frau erleidet bald das Schicksal, das
harmlos nette Damen von Helden in Thrillern dieser melodramatischen
Art immer erleiden. Der arme Kerl sieht daraufhin Rot. Die
hübsche Gattin des Drogenbarons Bubba Rocque (Eric Roberts,
der Bruder von Julia) steht derweil nackt auf dem Balkon. Eine
Straßenbahn geht fürchterlich zu Bruch. Eine liebe
Stripperin tröstet den zornigen Vater. Und am Schluß ist
der Familienfrieden wieder hergestellt. Der ganze Streß hat
sich also gelohnt.
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Familienväter
haben es schwer. Das weiß man, aber manchmal kommt es für
die armen Kerle richtig dicke. Beispielsweise in "Mississippi
Delta", wo der väterliche Held erst mehrere Mafia-Banden samt
einem halben Dutzend sadistischer Profikiller liquidieren muß,
damit er am Schluß endlich seine süß schlummernde
Adoptivtochter (Samantha Lagpacan) in den Arm nehmen
kann.