Ladybird, Ladybird
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Filmplakat
Filmplakat Titel Deutschland: Ladybird, Ladybird
Titel England: Ladybird, Ladybird
Genre: Drama
Farbe, England, 1993

Kino Deutschland: 1994-06-1994
Laufzeit Kino: 102 Minuten, FSK 12
Kinoverleih D:

Video-Cover
Video-Cover Video Deutschland: 1996-03-04
Laufzeit Video: 98 Minuten
Anbieter: Arthaus


Szenenfoto Beim Karaoke in einem Londoner Pub begegnet die junge Maggie dem sanftmütigen Südamerikaner Jorge, der als politischer Flüchtling aus Paraguay nach England gekommen ist. Er fühlt sich zu ihr hingezogen, sie erzählt ihm von ihren vier Kindern von vier verschiedenen Vätern ("Ich zieh' das Unglück an und geh' mit ihm ins Bett"). Alle vier wurden ihr wegen Verletzung der Aufsichtspflicht, die auch noch zu einem Brandunfall führt, von der Jugendbehörde weggenommen.

Jorge verliebt sich in Maggie und will ihr helfen. Sie ziehen zusammen, Maggie wird zweimal von ihm schwanger, aber da sie inzwischen als untaugliche Mutter abgestempelt ist, werden ihr auch diese beiden Babys bald nach der Geburt von Polizisten überfallartig aus den Armen gerissen.

So erlebt Maggie, die von Kindheit auf unter Gewalt gelitten hat, auch den Wohlfahrtsstaat nur als Institution der Gewalt.


SzenenfotoDarsteller: Crissy Rock (Maggie), Vladimir Vega (Jorge), Sandie aa Velle (Mairead), Mauricio Venegas (Adrian), Ray Winstone (Simon), Clare Perkins (Jill), Jason Stracey (Sean), Luke Brown (Mickey), Lily Farrell (Serena), Scottie Moore (Maggies Vater), Linda Ross (Maggies Mutter), Kim Hartley (Maggie, 5 Jahre), Jimmy Batten (Karaoke Ansager), Sue Sawyer (Pflegemutter), Pamela Hunt (Mrs. Higgs), Alan Gold (Nachbar)

Regie: Ken Loach

Stab: • Produzenten: Sally Hibbin für Parallax • Drehbuch: Rona Munro • Vorlage: - • Filmmusik: George Fenton • Kamera: Barry Ackroyd • Spezialeffekte: - • Ausstattung: Martin Johnson • Schnitt: Jonathan Morris • Kostüme: - • Make Up: - • Ton: - • Ton(effekt)schnitt: - • Stunts: - •


SzenenfotoFilmkritiken

Dirk Jasper FilmLexikon: Bewegendes Sozialdrama von Ken Loach nach einer wahren Begebenheit. "Die banalen Geschichten von banalen Leuten sind, wenn Ken Loach sie erzählt, die bewegendsten und ungewöhnlichsten", schrieb "Der Spiegel" über den Briten Ken Loach ("Riff-Raff", "Raining Stones"). Mit seinen gründlich recherchierten und sensibel inszenierten Sozialdramen gehört er inzwischen zu den wichtigsten europäischen Filmemachern. Sein Engagement für die kleinen Leute ist glaubwürdig, tief anrührend und dabei auch noch höchst unterhaltsam. Mit Crissy Rock als Hauptdarstellerin machte Ken Loach einen Glücksgriff. Die Laiendarstellerin verkörpert die einfache Arbeiterfrau, die ihre Entscheidungen nur aus dem Bauch heraus fällt, einfach ihren Mund nicht halten kann und allen Widerständen zum Trotz in einem Teufelskreis von Gewalt um ihr Mutterglück kämpft, mit überwältigender Intensität und wurde bei den Filmfestspielen in Berlin mit einem Silbernen Bären als beste Darstellerin ausgezeichnet.

SzenenfotoLexikon des internationalen Films: Ein nach einem tatsächlichen Fall stark gefühlsbetont gestalteter Film, der weniger an einer Analyse des sozialen Umfelds und des persönlichen Hintergrunds interessiert ist als am Schicksal einer von ihrem Milieu gezeichneten Frau. Vor allem auch schauspielerisch beachtlich, wenn auch mitunter quälend auf die Spitze getrieben.

Tip, Berlin: Gegen die verlogenen Familienwerte, die seit Jahren das Kino verseuchen, hat Ken Loach (...) einen Familienfilm gedreht, der buchstäblich der Wirklichkeit abgeguckt ist.

Rhein-Zeitung 1997-07-07: Bewegendes Drama von Ken Loach.

Stuttgarter Zeitung: Ein wuchtiger Film, ein wichtiger auch.

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