What's up, Tiger Lily

• Inhalt • Darsteller, Regie, Stab • Filmkritiken •

Filmplakat
Filmplakat Titel Deutschland: What's up, Tiger Lily
Titel USA: What's up, Tiger Lily
Titel Japan: Kagi No Kagi
Genre: Komödie
Farbe, Japan, USA, 1964/1966, FSK 16

Kino Deutschland: 1981-12-16
Kino USA: 1966
Laufzeit Kino: 87 Minuten
Kinoverleih D:

Videocover
Videocover Video Deutschland: ja
Laufzeit Video: 83 Minuten
Anbieter:


Szenenfoto Autorenfilmer Woody Allen ("Tod ist mein Brot, Gefahr ist meine Butter") stellt dem Publikum seinen neuen Film vor. Ausgangsmaterial ist ein japanischer Thriller; "ein wunderbarer Film mit Vergewaltigung, Raub, Mord und Totschlag in herrlichen Farben", den Woody Allen neu arrangiert und synchronisiert hat.

In dem bearbeiteten Film geht es um das geheime Eiersalat-Rezept, das den Schlüssel zur Weltmacht bedeutet. Hinter dem Rezept her sind neben dem wagemutigen, frauenvernaschenden Macho-Agenten gleich mehrere Superverbrecher und eine überaus attraktive Agentin; die Benachteiligten durchfechten haarsträubende Aktionen.

Man bekämpft sich mit Flammenwerfern und Kreissägen, mit Giftgas und Giftschlangen; die Handlanger der Finsterlinge werden reihenweise ausgeschaltet und niedergemacht. Garniert ist das Ganze mit erotischen Versatzstücken wie Bettszenen und Stripnummern, die aber an den entscheidenden Stellen (selbstverständlich!) entschärft sind, weil es sich hier um die Exportversion handelt.


SzenenfotoDarsteller: Woody Allen (Gastgeber / Erzähler), Tatsuya Mihashi (Phil Moscowitz), Miyi Hana (Terri Yaki), Akiko Wakabayashi (Suki Yaki), Tadao Nakamura (Schäfer Wong), Susumu Kurobe (Wing)

Regie: Senkichi Tanigzuchi, Woody Allen

Stab: • Produzenten: Woody Allen, Henri G. Saperstein, Reuben Bercovitch für Toho Films / American International Pictures • Drehbuch: Kazuo Yamada; Woody Allen, Julie Bennett, Frank Buxton, Louise Lasser, Mickey Rose, Bryna Wilson • Vorlage: - • Filmmusik: Jack Lewis, The Lovin' Spoonful • Kamera: Kazuo Yamada • Spezialeffekte: - • Ausstattung: - • Schnitt: Richard Crown • Kostüme: - • Make Up: - • Ton: - • Toneffektschnitt: - • Stunts: - •


SzenenfotoFilmkritiken

Dirk Jasper FilmLexikon: "What's up, Tiger Lily?" ist Woody Allens erster Film, wenn auch noch nicht ganz sein eigener. Was wäre, wenn Jean-Luc Godard einen nach krudem James-Bond-Muster gedrehten Billigstreißer aus Fernost mit Stars, die niemand weder hierzulande noch dort kennt, bearbeiten würde? Von dieser Vorstellung ist offenbar Woody Allen bei seinem ersten "eigenen" Film ausgegangen. Der Titel des Films ist zweifellos eine Reminiszenz an die Komödie Was gibt's Neues, Pussy?, 1964, mit Romy Schneider und Peter O'Toole), mit der Woody Allen erstmals Aufmerksamkeit erregte. Mit "What's up, Tiger Lily?" wollte Woody Allen einerseits mit der Figur des blasierten Filmemachers, der mit Apercús und Pseudo-Sinnsprüchen nur so um sich wirft, die im Kielwasser der "Nouvelle vague" segelnden pseudo-intellektuellen Filmautoren und -kritiker parodieren und andererseits anhand eines (echten!) japanischen Kinofilms demonstrieren, wie eng Persiflage und Original nebeneinanderliegen können. Diese direkte Form der Persiflage (die gewissermaßen zwischen Vorlage und Persiflage nicht mehr unterscheidet) war möglicherweise ihrer Zeit voraus; in verfeinerter Form hatte sie erst 1981/82 zum Beispiel mit "Tote tragen keine Karos" von Carl Reiner Erfolg. In die deutschen Kinos ist "What's up, Tiger Lily?" dann auch erst 1981 gekommen.

Lexikon des internationalen Films: Woody Allens kuriose Bearbeitung des zweitklassigen japanischen Agentenfilms "Kagi No Kagi" ("Schlüssel der Schlüssel"), den er mit einigen hinzugefügten Szenen und neu unterlegtem Dialog zu einer Agentenfilm-Parodie umfunktioniert, in der Gauer und Spione in eine abstruse Jagd nach einem Rezept für Eiersalat verwickelt sind. In der deutsch-sprachigen Fassung büßt der Film durch die Synchronisation der Synchronisation seinen Witz allerdings größtenteils wieder ein.

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