Screamers - Tödliche Schreie

• Inhalt • Darsteller, Regie, Stab • Filmkritiken • Bemerkungen •

Filmplakat
Filmplakat Titel Deutschland: Screamers - Tödliche Schreie
Titel Kanada: Screamers
Genre: SF-Horror
Farbe, Kanada, 1996, FSK 16

Kino Deutschland: 1996-07-25
Laufzeit Kino: 105 Minuten
Kinoverleih D: Columbia Tristar

DVD-Cover
DVD-Cover Video Deutschland: 1997-02-04
Kaufkassette: 1997-08-12
Laufzeit Video: 101 Minuten
Anbieter: Columbia Tristar

DVD Deutschland: 1999-04-01
Laufzeit DVD: 104
Anbieter: Columbia Tristar



Szenenfoto Im Jahr 2078 n. u. Z. haben sich die Wirtschaftskriege von der Erde in den Weltraum verlagert. Zwei Großmächte ringen um die Vorherrschaft, die Minen fremder Galaxien ausbeuten zu dürfen: das Konzern-Konglomerat des New Economic Block (N.E.B.) und der Staatenbund der Alliance. Nach dem Ausbruch bewaffneter Auseinandersetzungen sind die beiden Parteien in einem jahrzehntelangen Krieg ineinander verkrallt. So auch auf dem öden Planeten Sirius 6B, den die Kämpfe nahezu unbewohnbar gemacht haben.

Inmitten radioaktiv verseuchter Wüsten und verbrannter Städte haben sich die Überreste der verfeindeten Truppen in ihren Bunkern verschanzt. Die meisten kennen eine Zeit des Friedens oder einen Heimaturlaub auf der Erde nur noch vom Hörensagen. Colonel Hendricksson ist der Kommandant einer Handvoll Alliance-Soldaten, und auch er hat über die endlosen Kämpfe die eigentliche Ursache des Krieges fast vergessen.

Die triste Routine hinter den meterdicken Betonwänden wird unterbrochen, als eines Tages ein einzelner Soldat des N.E.B. vor ihren Toren auftaucht, der allerdings, bevor er irgend etwas sagen kann, von den "Screamers" zerfetzt wird. Diese "Screamers" sind kleine, mit rotierenden Klingen bewehrte Wach-Roboter, die sich wie Hochgeschwindigkeits-Maulwürfe im Erdreich bewegen und von menschlichen Pulsfrequenzen aktiviert werden; ihr Nahen kündigt sich mit einem ohrenbetäubenden Kreischen an. Einst von den Wissenschaftlern der Alliance als Verteidigungswaffe entwickelt, haben sich die High-Tech-Monster längst verselbständigt und reproduzieren sich von alleine.

Das einzige, was nach dem "Screamer"-Angriff von dem Soldaten übrigbleibt, ist eine Botschaft, in der der N.E.B.-Befehlshaber um Friedensverhandlungen bittet. Hendricksson ist überrascht und erfreut über die Nachricht. Doch ehe er darauf reagieren kann, stürzt ein Frachtschiff der Alliance über ihnen ab, das mit Nuklearwaffen für einen Vernichtungsschlag ausgerüstet war. Hendricksson fühlt sich von seinem Oberkommando verraten und beschließt, auf eigene Faust seinen Frieden mit den N.E.B.-Truppen zu machen.

Gemeinsam mit dem einzigen Überlebenden des Absturzes, dem heißspornigen Scharfschützen Ace, macht er sich auf den gefahrvollen Weg zu den feindlichen Stellungen. Kleine Störsender am Handgelenk schützen sie dabei vor Angriffen der "Screamers". Kurz bevor die beiden die N.E.B.-Bunker erreichen, entdecken sie zu ihrer großen Überraschung einen verwahrlosten kleinen Jungen, David, der irgendwie in den Ruinen überlebt hat. Sie beschließen, ihn mit sich zu nehmen. Bei einer nächtlichen Rast wird Ace von einem "Screamer" angegriffen. Hendricksson ist beunruhigt: Der echsenähnliche mechanische Killer ähnelt keinem der gängigen Modelle und ist offensichtlich ein weiterentwickelter Roboter.

Am nächsten Morgen erreichen sie den Eingang des verlassen wirkenden N.E.B.-Hauptquartiers. Plötzlich fällt ein Schuß, und der kleine David stürzt getroffen zu Boden. Entsetzt blicken Hendricksson und Ace in das metallene Gerüst im Inneren des Jungen: ein weiterer "Screamer"-Prototyp. Die Schützen geben sich zu erkennen und lassen die beiden in den Bunker. Der aggressive Becker und der hypernervöse Ross sind die einzigen überlebenden N.E.B.-Soldaten. Zusammen mit der ebenso coolen wie attraktiven Schmugglerin Jessica haben sie sich im unterirdischen Labyrinth der Anlage verschanzt. Alle anderen, erzählt Becker, sind bei einem Angriff der "Davids" ums Leben gekommen.

Hendricksson läßt sich in die Kommandozentrale führen, wo frische Blutspuren noch von dem Gemetzel zeugen. Anhand eines "Screamers"-Chips kann er zwei von drei neuen Prototypen identifizieren. Doch ehe er Informationen über das letzte "Screamers"-Modell bekommen kann, greifen erneut die "Davids" an. Nach einer wilden Schießerei kann die Gruppe gerade noch entkommen. Hendricksson bietet ihnen an, gemeinsam in die Alliance-Quartiere zurückzukehren. Bevor sie aufbrechen, erfährt er, dass der letzte "Screamers"-Typ einem Soldaten nachgebaut sein soll. Becker verdächtigt daraufhin Ross, in Wirklichkeit ein Roboter zu sein, und ersticht ihn. Ross allerdings war aus Fleisch und Blut ...

Auf dem Rückmarsch läßt keiner den anderen aus den Augen. Das Mißtrauen legt sich erst, als sie den Alliance-Bunker erreichen. Hendricksson bittet über Funk um Einlaß, schöpft jedoch Verdacht, als ihm die Stimme seines ersten Offiziers etwas monoton vorkommt. Und tatsächlich: Als sich die Tore öffnen, quillt eine ganze Armee von "Davids" daraus hervor. Verzweifelt wehren sich die vier gegen die Killerroboter.

Erst eine Nukleargranate, die Ace aus dem Rucksack zaubert, beendet den Spuk. Noch ganz benommen von der Explosion eilt Ace dem verwundeten Ross zu Hilfe - und wird stattdessen von ihm umgebracht: Ross ist ein "Screamer"! Nach einem erbitterten Kampf erreicht Hendricksson sein Gewehr und schießt das Monster in zwei Hälften. Nun sind Hendricksson und Jessica die einzigen Überlebenden auf dem Planeten.

Hendricksson erinnert sich an eine Fluchtkapsel zur Erde, die in einem verborgenen Raketenschacht bereit steht. Doch der Weg dorthin ist gefährlich, und vor allem: Können die beiden einander noch trauen?


SzenenfotoDarsteller: Peter Weller (Hendricksson), Roy Dupuis (Becker), Jennifer Rubin (Jessica), Andy Lauer (Ace), Ron White (Elbarak), Charles Powell (Ross), Liliana Komorowska (Landowska), Michael Caloz (David), Leni Parker (McDonald)

Regie: Christian Duguay

Stab: • Produzenten: Tom Berry, Franco Battista für Triumph Films / Fuji Eight / Fries Film / Allegro Films • Drehbuch: Dan O'Bannon, Miguel Tejada-Flores • Vorlage: Kurzgeschichte "Second Variety" von Philip K. Dick • Filmmusik: Normand Corbeil • Kamera: Rodney Gibbons • Spezialeffekte: Ernest Farino, Richard Ostiguy • Ausstattung: Perri Gorrara • Schnitt: Yves Langlois • Kostüme: Trixi Rittenhouse • Make Up: Adrien Morot • Ton: - • Toneffektschnitt: - • Stunts: - •


SzenenfotoFilmkritiken

Dirk Jasper FilmLexikon: "Screamers - Tödliche Schreie" ist feines Genre-Kino: apokalyptischer Science-Fiction-Horror aus der Feder des "Blade Runner"- und "Total Recall"-Autors Philip K. Dick, zum Leben erweckt durch faszinierende Spezialeffekte und ein Feuerwerk an aufwendigen Actionszenen.

TV Spielfilm 15/1996: Effektreiches Genrekino, das zeitweise fesselt, ohne aber den rechten Thrill zu liefern.

film-dienst 15/1996: Ein atmosphärisch relativ düsterer, langatmig und entschlossen inszenierter Science-Fiction-Thriller, der inhaltlich unreflektiert politischen und kulturellen Vorstellungen aus den 50er Jahren verhaftet ist.


SzenenfotoBemerkungen

Die Dreharbeiten begannen am 24. November 1994 in Joliette in der kanadischen Provinz Quebec, etwa eine Autostunde von Montreal entfernt. Die erste Location war eine riesige Sandgrube, die der Oberfläche des fiktiven Planeten ein Aussehen verlieh, das man niemals in einem Studio hätte nachstellen können.

Weitere Außenaufnahmen für die bizarren Landschaften von Sirius 6B wurden in einem gigantischen Steinbruch nahe Montreals Ciment Lafarge gedreht. Die Tage in der Sandgrube verlangten Team und Schauspielern einiges ab: Ein eisiger Wind fegte kontinuierlich über das Plateau, und selbst die dicksten Winterstiefel schützten nicht vor der beißenden Kälte.

Aufwärmen konnte sich das Produktionsteam dann erst wieder kurz vor der Weihnachtspause, als es ins Montreal Olympic Stadium umzog, wo die Szenen, die in der Alliance-Caféteria und im Kontrollraum spielen, in den Katakomben unter dem Stadion gedreht wurden. "The Big O", wie die Kanadier das Stadion nennen, ist vor allem bekannt für seine eigenwillige Architektur des französischen Architekten Roger Taillibert.

dass es aussieht wie ein riesiges Raumschiff, kam den Filmemachern natürlich sehr entgegen, und die geschwungenen Betonmauern trugen viel zum futuristischen Aussehen des Drehortes bei.

Dirk Jasper FilmLexikon
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