Evita
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CD-Cover Music from the Original Motion Picture
Produziert von Nigel Wright, Alan Parker, Andrew Lloyd Webber und David Caddick
"Als wir im Oktober des vergangenen Jahres mit den Studio-Aufnahmen für die Musik zu Evita begannen, kam uns die Aufgabe, die wir uns gestellt hatten, unendlich schwer zu bewältigen vor. Wir kamen alle aus sehr unterschiedlichen künstlerischen Bereichen, Popmusik, Film und Musiktheater, und die Produktion, die wir anstrebten, hatte es in dieser Form noch nicht gegeben, ein weißer Fleck auf der Landkarte. Heute freuen sich alle Beteiligten jedoch sehr über das Ergebnis, und wir hoffen, dass wir nach etwa 500 gemeinsamen Stunden im Studio, durch gegenseitige Inspiration, etwas einzigartiges hervorgebracht haben."

Was Kult-Regisseur Alan Parker (Bugsy Malone, Fame, The Commitments, Pink Floyd - The Wall) beschreibt, sind die Aufnahmen zur Musik eines noch nicht dagewesenen filmischen Unterfangens. Der Film Evita wurde auf der Grundlage des mittlerweile klassischen Andrew Lloyd Webber-Musical Evita erstellt. Hierbei wurde die für die Theaterbühne konzipierte Handlung und Choreographie auf ein Filmformat übertragen. Das Musical Evita war vor 20 Jahren einer der größten Broadway-Erfolge mit 1.567 Vorstellungen und gewann nicht weniger als sieben Tony-Awards.

Wer außer Madonna wäre dazu prädestiniert, die Rolle der Evita zu spielen und dabei ihren Mythos, ihre larger than life-Persönlichkeit adäquat zu verkörpern? Zweifelsohne konnte nur jemand mit vergleichbarem Charisma diese Frau, die in ihrem Heimatland wie eine Heilige verehrt wird, darstellen.

Eva Duarte, uneheliche Tochter und Bauernmädchen, wuchs in einem öden Ort in der argentinischen Pampa auf, bevor sie mit künstlerischen Ambitionen nach Buenos Aires ging. Durch Ehrgeiz und Talent bekam sie kleinere Filmrollen und Radioengagements. Hierdurch wurde sie in die oberen Schichten der Gesellschaft eingeführt und traf den aufstrebenden jungen Politiker Juan Peron. Die beiden heirateten. Schon bald darauf wurde Peron Statspräsident Argentiniens, Evita nahm aktiv an der Politik ihres Mannes teil und setzte sich unermüdlich für die Belange des argentinischen Volkes ein. Ein Militärputsch stürzte Juan Peron, und er mußte mit seiner Frau das Land verlassen. Die Argentinier lehnten sich jedoch mit einem Generalstreik gegen das Militär auf und brachten Peron wieder an die Macht. Nur tragischerweise starb Evita mit nur 33 Jahren an Krebs.

Auf Evita -Music From The Motion Picture sind neben Madonna noch Antonio Banderas, Jonathan Pryce und Jimmy Nail zu hören, die die weiteren Hauptrollen spielen. Gute anderthalb Jahre wurde im Studio an diesem Projekt gearbeitet, und der fertige Soundtrack erst bildete das Gerüst zum Film (nicht wie normalerweise anders herum).

"Ein wesentlicher Ausgangspunkt", so Alan Parker, "war, dass sämtliche Dialoge in gesungener Form vorgetragen wurden, eine moderne Oper. Aber nicht in dem opernhaften oder operettenhaften Stil, den wir kennen, sondern in einer natürlichen Art zu singen. Wir wollten erreichen, dass die Musik auch ohne den Film relevant ist und das Publikum in einer zeitgemäßen Form erreicht."

Für Madonna bedeutete dies Gesangspassagen in ungewohnt hohen Registern und andere musikalische Tücken. " Madonna hatte mit all dem die schwerste Arbeit", bestätigt Parker, "sie mußte nicht nur in fast jedem Stück singen, manche waren auch noch in einer Tonlage, in die sich ihre Stimme noch nicht hingewagt hatte. Die Tonhöhen lagen schon in ihrer natürlichen Stimmlage, es bedurfte einfach nur viel harter Arbeit. Madonnas Stimme hat einen sehr puren, glockenartigen Klang, der einen förmlich zu sich hinzieht. Hiermit ist sie ohne Zweifel über sich hinausgewachsen. Glaub mir, Madonna ist keine Frau, die sich mit Halbheiten zufrieden gibt. Sie wollte alles so wie im Film machen, die einzelnen Szenen während der Aufnahme durchspielen. Einmal schleifte sie Jimmy Neil durch den Aufnahmeraum, die Assistenten rannten mit Mikrophonen in der Hand hinter ihr her und unser Vocal Engineer, Dave Reltzas, stand vor der Nervenkrise."

Coproduziert wurde der Evita - Music From The Motion Picture von seinem Komponisten, Andrew Lloyd Webber, wie auch Nigel Wright, Alan Parker und David Caddick.

Evita - Music From The Motion Picture enthält natürlich alle Hits des Original-Albums, das sich 1980 über 100 Wochen in den US-Charts plazierte und mit Platin ausgezeichnet wurde. Another Suitcase, Oh What A Circus und Don't Cry For Me Argentina sind weitere Highlights eines perfekten Soundtracks für den Film, über den 1997 alle sprechen werden.

Ein wesentlicher Song des Soundtracks stammt nicht vom Musical. Parker erzählt: "Da ich im Script das Ende des Dramas anders aufgebaut hatte, brauchten wir ein Stück, was sich hierzu nahtlos einfügte. Nach langem guten Zureden gelang es mir, Andrew Lloyd Webber und Tim Rice zusammenzubringen, und sie schrieben einen Song, der gut paßte und darüber hinaus für sich gesehen wunderschön war" You Must Love Me ist die erste, bereits erschienene Singleauskopplung des Albums, ein brandneuer Song aus der Feder der legendären Komponisten Andrew Lloyd Webber und Tim Rice.

Evita - Music From The Motion Picture Soundtrack erschien am 25. Oktober 1996 als einfache CD und am 15. November 1996 als spezielle Doppel-CD, Evita - The Complete Motion Picture Music Soundtrack, mit erweitertem Tracklisting. Evita, der Film, lief am 09. Januar 1997 in den deutschen Kinos an.


Titelliste
  • Requiem For Evita
  • Oh What A Circus
  • On This Night Of A Thousand Stars
  • Eva And Magaldi/ Eva Beware Of The City
  • Buenos Aires
  • Another Suitcase In Another Hall
  • Goodnight And Thank You
  • I'd Be Surprisingly Good For You
  • Peron's Latest Flame
  • A New Argentina
  • Don't Cry For Me Argentina
  • High Flying, Adored
  • Rainbow High
  • And The Money Kept Rolling In (And Out)
  • She Is A Diamond
  • Waltz For Eva And Che
  • You Must Love Me
  • Eva's Final Broadcast
  • Lament
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