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Das Thrillergenre hat sich mit 'Kopfgeld' einen guten Einstieg in das Jahr 1997 verschafft. Wenn sich das so fortsetzt, dann können wir das restliche Jahr mit Spannung erwarten.Mel Gibson spielt den Multimillionär und Eigner der viertgrößten Luftflotte der USA. Überdies ist der Chef dieses Riesenkonzerns ein treusorgender Familienvater, der sich mit seinem Sohn und seiner Ehefrau sehr gut versteht. Diese Idylle verschwindet von jetzt auf gleich als der Sohn am hellichten Tag vor den Augen der Eltern entführt wird. Die Erpresser fordern (als moderne Menschen natürlich via E-Mail) 2 Millionen US $, ansonsten würden sie den Jungen umbringen. Die Eltern schalten das FBI ein. Der Vater ist bereit das Geld zu zahlen. Aber die, recht kompliziert gestaltete, Geldübergabe scheitert. Einer der Entführer stirbt im Kugelhagel der Polizei. Einige Äußerungen der Entführer lassen den Vater daran zweifeln, das die Kidnapper es mit der Freilassung ihres Opfers ernst meinen. In einer Verzweiflungstat entschließt er sich den Spieß umzudrehen. Er setzt die gesamten 2 Mio $ als Kopfgeld aus. Das Kopfgeld will er erst zurücknehmen, wenn er den Jungen wieder gesund in den Händen hält. Währenddessen wird er von allen wegen seiner Entscheidung krititsiert. Alle raten ihm das Kopfgeld zurückzunehmen und das Lösegeld zu zahlen. Aber auch als die Entführer drohen ernst zu machen, pokert er weiter um das Leben seines Sohnes. Kopfgeld ist ein Remake des Thrillers 'Menschenraub' aus dem Jahr 1956. Damals spielte Glen Ford die Hauptrolle. Damals wie heute konzentriert sich der Film voll auf die Rolle des Vaters. Das gibt Mel Gibson die Möglichkeit sein ganzes Spektrum von Gelassenheit, Zorn, Trauer, Wut und Verletzlichkeit zu zeigen. Seine Rolle ist dann ganz besonders stark, wenn er sich wegen seiner Entscheidung gegenüber seiner Frau oder dem FBI rechtfertigen muß. Die Rolle der Ehefrau, gespielt von Rene Russo, wird nicht so an die Seite gedrückt wie in vielen anderen Filmen dieser Art. Sie ist nicht das hilflose Weibchen, aber trotzdem ist dem Drehbuchautoren nicht gelungen, sie komplett aus dieser Ecke herauszuholen. Dafür muß Rene Russo zuoft die Nerven verlieren und heulend zusammenbrechen. Der Film zeigt aber nicht nur die Leiden der Eltern. Er zeigt auch, was die Entführer durchmachen. Welche Feindseligkeit innerhalb dieser Gruppe herrscht. Sie werden einzig und allein durch die Furcht vor dem Boss der Bande zusammengehalten. Gary Sinise spielt diesen, durch und durch, verkommenen Typen. Der Zuschauer weiß auch schon direkt zu Anfang, dass die Kidnapper planen, das Kind nach dem Lösegeldempfang umzubringen. Durch diesen dramaturgischen Kniff, wird der Zuschauer auf die Seite des Vaters gezogen. Sie tragen die Entscheidung des Vaters mit. Ich hätte es für interessanter empfunden, diese Information nicht zu bekommen. Denn dann hätte man als Zuschauer eher die Möglichkeit gehabt zu sagen: 'Der Typ spinnt doch. Wieso bezahlt er das Taschengeld nicht an die Entführer'. Das bringt mich auch zu einem anderen Punkt meiner Kritik. Wieso verlangen die Entführer eigentlich nur 2 Mio $? Der Vater hätte leicht, ohne weiteren Aufwand, mehr bezahlen können. Und die Beute müssen sich immerhin 5 Leute teilen. Nicht genug um ein sorgenfreies Leben im Ausland führen zu können. Und der Anführer der Entführerbande war doch sonst so gut informiert und so intelligent. Aber das tut der Spannung keinen Abbruch. Überhaupt versteht es der Film den Spannungsbogen bis zum Schluß durchzuhalten. Einmal losgelassen, hält diesen Film nichts mehr auf. Die guten und glaubwürdigen Schauspieler tun das ihre dazu, um einen spannenden Kinoabend zu garantieren. Einen der Schauspieler möchte ich nicht unerwähnt lassen. Delroy Lindo spielt den FBI Agenten der die Operation vor Ort leitet. Ich weiß nicht was genau mir so gut an ihm gefallen hat. Aber spielt den besorgten FBI Mann sehr überzeugend. An die Kameraarbeit von Piotr Sobocinski muß man sich ein wenig gewöhnen. Es wird viel mit schnellen Schwenks gearbeitet. Aber dieses optische Mittel hilft, die Hektik und Anspannung rüberzubringen. Außerdem strapaziert er dieses Stilmittel nicht übermäßig. Die Filmmusik ist unauffällig und nicht besonders aufregend. Und dabei möchte ich es auch bewenden lassen.
Fazit: Ein spannender Kinoabend. 8 von 10 erpressten Entführern
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