Ernst Corinth über Ausser Kontrolle

Keanu Reeves tut das, was er am besten kann. Er rennt und flieht und flieht und rennt, und selbst eine gigantische feurige Explosionsdruckwelle kann ihn nicht stoppen. Auch die Leute vom CIA können es nicht. Sie spielen in Andrew Davis' Thriller endlich mal wieder die Bösen, während ihre Kollegen vom FBI, die sonst in Hollywood für Verschwörungen zuständig sind, zwar anfangs auch hinter Reeves alias Eddie Kasalivich hinterherhecheln, dann aber bald einsehen, dass der junge Kerl eigentlich ein richtig Guter ist. "Ich wette 100 Dollar," sagt FBI-Agent Ford (Fred Ward), "dass er unschuldig ist." Und keiner hält dagegen.

Trotz ein paar netter Action- und ein paar durchaus brillanter Verfolgungsszenen geht dem Fluchtspektakel ziemlich schnell der Atem aus. Die Geschichte um den jungen Wissenschaftler Eddie der samt Kollegin Lily (Rachel Weisz) zur Zielscheibe geheimdienstlicher Intrigen wird, weil er als einziger das Geheimnis der Energiegewinnung aus Wasserstoff kennt, ist vom bitteren Anfang bis zum glücklichen Ende einfach viel zu unlogisch.

Was nicht weiter stören würde, wenn die Helden und Antihelden von Regisseur Davis nicht so schablonenhaft und charakterlos gezeichnet wären. dass selbst der Eddie mit der Lily erotisch überhaupt nichts anfangen kann, macht dann schon wieder Sinn: Schließlich wäre es im umgekehrten Fall ja nur 'ne Art von Nullnummer.

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