Karsten Schulmann über Der verrückte Professor

Sherman Klump (Eddie Murphy) ist intelligent. Sherman Klump hat einen erfolgversprechenden Job. Aber Sherman Klump hat auch ein Problem: er ist unvorstellbar dick. Mit seiner Leibesfuelle, die es garantiert mit einem der Wildecker Herzbuben aufnehmen koennte, hat er nichts als Probleme. Seine ganze Umwelt macht sich ueber ihn mit den ueblichen Dicken-Witzen lustig - nur der Rest seiner Familie haet zu ihm. Kein Wunder, denn egal ob seine Mutter (Eddie Murphy), sein Bruder (Eddie Murphy), seine Oma (Eddie Murphy) oder sein Opa (Eddie Murphy) - sie sind alle nicht minder dick als er. Sherman verbringt seine Zeit also viel im Labor oder vor dem Fernseher, wo er sich meistens die von einem Aerobic-Lehrer (Eddie Murphy, diesmal als Weisser!) moderierte "Schneller-abnehmen-Werbesendung" ansieht. Doch eines Tages bricht etwas in seinen grauen Alltag ein. Die neue Studentin Carla Purdy (Jada Pinkett) ist eine der wenigen, die sich mit Sherman abgibt und prompt verliebt er sich in sie. Jetzt heisst es abnehmen um jeden Preis. Zufaelligerweise forscht Sherman momentan an einem Mittel, dass die Zellen-DNS des menschlichen Koerpers so umwandelt, dass ueberschuessiges Fett verschwindet. Im Selbstversuch gelingt alles wie geplant: Sherman verwandelt sich in den jungen, dynamischen und vor allem schlanken Buddy Love (natuerlich auch hier wieder Eddie Murphy), der alles daran setzt, Carla zu erobern. Dummerweise verkoerpert Buddy die dunkle Seite Shermans ...

Mit dieser "Jekyll und Hyde"-Thematik schuf Regisseur Tom Shadyac (der Mann, der uns schon "Ace Ventura" bescherte) ein Remake des Klassikers "Der verrueckte Professor" mit Jerry Lewis (welcher hier auch als Produzent fungierte). Allerdings duerfte der Regisseur am wenigsten fuer dieses Werk verantwortlich sein, denn der ganze Film wird einzig und allein von Hauptdarsteller Eddie Murphy und den Spezialeffekten getragen - und beide tun ihr bestes. Eddie Murphy spielt sage und schreibe sieben (!) Charaktere und zeichnet jeden mit unterschiedlichen Facetten. Unterstuetzt wird sein Schauspiel von den unglaublichen Masken, fuer die Rick Baker verantwortlich zeichnet. Baker hatte ja Eddie Murphy auch schon in "Prinz aus Zamunda" in mehrere Personen verwandelt. Es sind ungelogen, die besten Masken-Tricks, die man seit langem im Kino bewundern durfte.

Ach ja, die Handlung. Meist ist sie gar nicht existent - aber das stoert nicht im geringsten. Slapstick, Wortwitz und leisere Toene wechseln sich sehr ausgewogen ab. Man merkt Murphy an, dass er einen Imagewechsel anstrebt, was ihm meiner Meinung nach hier gut gelingt. Wer Eddie Murphy schon immer nicht leiden konnte, braucht sich diesen Film dennoch nicht anzusehen. Allen anderen sei er ans Herz gelegt. Unbeschwertes Lachen inklusive.

Dirk Jasper FilmLexikon
© 1997 Karsten Schulmann © 1999 Next Step Mediendienste GmbH