Eine schöne, adelige junge Frau, die trotz ihres glanzvollen Daseins im Dunstkreis des russischen Zarenhofes ein einsames und unerfülltes Leben führt. Ein schneidiger Militäroffizier mit einem edlen Titel und einem leidenschaftlichen Herzen. Eine Affäre, die als geheime Verliebtheit beginnt, doch schon bald eine ganze Stadt schockiert.
Im Rußland der Zarenzeit verliebt sich Anna Karenina, die mit einem viel älteren Mann verheiratet ist, in den Kavallerieoffizier Vronsky. Nach anfänglichem Zögern gibt sich Anna der Liebe hin - und provoziert mit dieser Affäre einen Skandal in der Moskauer Gesellschaft, der auch andere Menschen und Schicksale beeinflußt.
Obwohl Anna mutig der Stimme ihres Herzens gefolgt ist, bleibt für sie letztendlich nur der Tod als möglicher Ausweg.
Als Kontrapunkt zu dieser skandalträchtigen Affäre verläuft parallel die Geschichte eines enttäuschten, doch wohlhabenden Großgrundbesitzeres und seiner Vermählung mit einer von anderen Verehrern verschmähten jungen Frau aus allerbesten Kreisen.
Obwohl diese Verbindung zunächst nur zögerlich eingegangen wird, vertieft sich die Beziehung zwischen den Eheleuten mit der Zeit und ihre Liebe erblüht, so dass sie ein Glück und eine Erfüllung erleben, von dem sie nicht zu träumen gewagt hatten.
Filmkritiken
Dirk Jasper FilmLexikon: An den Originalschauplätzen in Rußland entstand eine 25 Mio. Dollar-Verfilmung, die durch Ausstattung und perfektes Set beeindruckt. Der Liebesroman-Klassiker "Anna Karenina" aus der Feder des Grafen Leo N. Tolstoi zeichnet das unvergeßliche Porträt zweier Menschen, die sich in leidenschaftlicher Liebe zueinander verlieren. Und dann auch noch absolut stimmig von Bernd Rose verfilmt.
Rhein-Zeitung 30.04.1997: Es gelingt Sophie Marceau, auch die gequälte, die eifersüchtige und verzweifelt um ihre Liebe ringende Anna überzeugend zu verkörpern. Leider kommt der Rest des Films denkbar uninteressant daher. Brav wird nacherzählt, Tolstois Tiefgang bleibt auf der Strecke. Statt dessen ist ein schöner Bilderbogen über das alte Rußland zu sehen.
film-dienst 09/1997: Eng an die Vorlage angelehnt, zeigt der Film mit aufwendiger Ausstattung und Detailtreue das Leben der feinen Gesellschaft, konzentriert sich aber immer auf deren Psychologie. Hervorragend fotografiert und gespielt.
TV Today 09/1997: Kein großer, aber ein schöner und wehmütiger Film mit dem Vorteil, dass er an Originalschauplätzen gedreht wurde.
Cinema 05/1997: Werkgetreue, bewegende Verfilmung des Leo-Tolstoi-Klassikers, in der Sophie Marceau als tragische Titelheldin selbst Greta Garbo das Wasser reichen kann.