Das Mädchen Rosemarie

• Inhalt • Darsteller, Regie, Stab • Filmkritiken • Bemerkungen • Interview mit Mathieu Carriere • Nina Hoss •

Filmplakat
Filmplakat Titel Deutschland: Das Mädchen Rosemarie
Genre: Drama
Farbe, Deutschland, 1996, FSK 12

Deutsche TV-Premiere: 1996-12-13 (Sat.1)

Videocover
Videocover Video Deutschland: 1997-01-07
Laufzeit TV/Video: 130 Minuten
Anbieter: Taurus

DVD Deutschland: 2001-12-05
DVD: 2002-10-02
Laufzeit DVD: 127 Minuten
Anbieter: EuroVideo



Szenenfoto Rosemarie Nitribitt erwartet mehr von ihrem Leben, als in einer kleinen miefigen Wohnung zu vertrocknen, Kinder zu hüten und jeden Pfennig zweimal umzudrehen. Sie will ein Stück vom großen Kuchen, träumt von Glanz und Gloria auf der Sonnenseite des Lebens.

Mit grenzenloser Naivität und sich auf ihre Schönheit, Jugend und Entschlossenheit verlassend, ergreift Rosemarie jede Chance, ihrem Ziel näherzukommen. Die erste Station auf ihrem Weg ist Nadler, ein Kleinkrimineller mit guter Seele. In einer drittklassigen Bar, in der Rosemarie als Animierdame arbeitet, trifft sie Hartog, den reichen Mann ihrer Träume. Um ihn auf sich aufmerksam zu machen, wagt sie den Sprung vor seine Motorhaube.

Mit einem Schrecken davongekommen, erliegt Hartog noch auf der Heimfahrt Rosemaries Verführungskünsten. Hartog ist für sie wie die Fahrkarte ins Glück, bis Rosemarie merkt, dass sie in Hartogs Leben nur eine Statistenrolle spielt: Die Hochzeitsvorbereitungen mit seiner Verlobten Christine laufen auf Hochtouren. Als Hartog mit Rosemarie bei einem Ausflug zufällig auf seine Schwester und Geschäftsfreunde stößt und ihm bewußt wird, in welchem Maße sein "Verhältnis" mit seinem Klassenbewußtsein kollidiert, trennt er sich von ihr.

Die Nitribitt fordert seinen roten Mercedes SL als Abschiedsgeschenk. Hartogs französischer Geschäftspartner Fribert durchschaut Rosemarie schnell und bietet ihr ein Geschäft an: Er macht sie zu einer Dame von Welt und sie bespitzelt im Gegenzug Friberts neureiche deutsche Geschäftspartner.

Und Rosemarie bekommt sie alle: Rüstungsindustrielle, Politiker, Adlige. Sie genießt den Machtpoker mit den Schönen und Reichen, aber Rosemarie bleibt einsam, zerfressen von ihrer Liebe zu Hartog und ihren Träumen, für die sie am Ende teuer bezahlt ...


SzenenfotoDarsteller: Nina Hoss (Rosemarie Nitribitt), Heiner Lauterbach (Hartog), Mathieu Carrière (Fribert), Horst Krause (Bruster), Hannelore Elsner (Marga), Katja Flint (Christine), Til Schweiger (Nadler), Heinrich Schafmeister (von Oelsen)

Regie: Bernd Eichinger

Stab: • Produzenten: Bernd Eichinger, Uschi Reich für Constantin Film-Produktion • Drehbuch: Bernd Eichinger, Uwe Wilhelm • Vorlage: Film "Das Mädchen Rosemarie" von Rolf Thiele • Filmmusik: Norbert Schneider • Kamera: Gernot Roll • Spezialeffekte: - • Ausstattung: Harald Turzer, Thomas Freudenthal • Schnitt: - • Kostüme: Barbara Baum • Make Up: Gerlinde Kunz • Ton: - • Toneffektschnitt: - • Stunts: - •


SzenenfotoFilmkritiken

TV Spielfilm 25/1996: Als Produzent hat sich Bernd Eichinger bereits ausreichend bewiesen. Im Zuge der "German Classics" übernahm er - erstmals seit der Filmhochschule - sogar die Regie. Dabei überließ er nichts dem Zufall. Mit sicherem Gewinner-Gespür, großzügigem Budget und Starbesetzung erinnert er den Zuschauer an einen Mordfall, der die Wirtschaftswunderwelt der 50er Jahre bis in die Grundfesten erschüttert.

Frankfurter Rundschau 30.10.1996: Der Deutsche Film hat wieder seine Stars ... Aber was Starkino wirklich heißt, führte in Hof ein Regiedebütant vor, der gleichzeitig ein alter Hase im Filmgeschäft ist: Bernd Eichinger. Der prominente Kinoproduzent, der gerne nach der Parole arbeitet, nur wer "Ereignisse" schafft, könne erfolgreich sein, hat sich für sein jüngstes Unterfangen "German Classics" - Remakes deutscher Filme aus den fünfziger Jahren - mit Sat.1 zusammengetan und sich entschlossen, bei der Neuauflage von "Das Mädchen Rosemarie" zum ersten Mal seit seinem Filmhochschul-Abschlußfilm ("Kidnapping", lief 1973 in Hof) selbst Regie zu führen. Skepsis war angebracht. Aber Eichinger überraschte: Er war der Sieger von Hof.


SzenenfotoBemerkungen

Als man im November 1957 Frankfurts stadtbekannte Edel-Prostituierte Rosemarie Nitribitt (24) erdrosselt in ihrem Appartement fand und ihr schwarzes Notizbuch die eine oder andere Promi-Adresse enthielt, eskalierte der Fall Nitribitt in der Presse zum Sittenskandal der Wirtschaftswunderjahre.

Der Verdacht wurde laut, dass die 24jährige, die in einem Mercedes-Roadster auf Freier-Suche ging, ihre Kunden aus dem Geldadel und den wichtigsten politischen Kreisen erpreßt hatte und deshalb sterben mußte. Eine weitere Fährte führte zu Nitribitts Bekannten Heinz Pohlmann.

In einem großangelegten Indizienprozeß sollte er des Mordes an der durch zwei Filme, hunderte Zeitungsberichte und tausende Gerüchte berühmt gewordenen Lebedame überführt werden, aber die Beweise reichten nicht für eine Verurteilung.

Rolf Thiele drehte nach einer gesellschaftskritischen Buchvorlage von Erich Kuby den Film "Das Mädchen Rosemarie" mit Nadja Tiller, Peter van Eyck, Gerd Fröbe und Mario Adorf.

Das Statement

"Die 'German Classics' sind ab Weihnachten 1996 das absolute Highlight in unserem Programm. Mit viel Engagement aus der Taufe gehoben und produziert, setzen sie einen neuen Standard für Filme im Fernsehen. Alle Beteiligten haben überdurchschnittliche Leistungen erbracht, um unser Ziel, den SAT.1-Zuschauern echte Qualitätsproduktionen zu liefern, zu erreichen." (Fred Kogel, Programmgeschäftsführer SAT.1)

Dirk Jasper FilmLexikon
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