Die kleinen Probleme in der Familie, beim Erwachsen werden, von der ersten Liebe, von Musik und von den Konflikten, die sich auftun, wenn man in die Welt hinaus will. Aber alles erscheint um so schwieriger, weil die Eltern gehörlos sind.
Lara ist der "Außenminister" ihrer Familie, sie muß für die Eltern dolmetschen und Sprachrohr im alltäglichen Leben sein. Manchmal ist es ihr zuviel, doch meistens kommt sie ganz gut damit zurecht, gibt ihr die Situation doch auch die Möglichkeit zu eigenen Interpretationen und zu der einen oder anderen Notlüge, die von den Eltern nicht gleich erkannt wird.
Als sie von ihrer Tante Clarissa eine Klarinette geschenkt bekommt und sie die Welt der Musik entdeckt, sind die Konflikte vorprogrammiert, insbesondere mit Martin, ihrem Vater, der sich weigert, ihre wachsende Liebe zu verstehen.
Filmkritiken
Filmkritik von Gerhard Heeke
Dirk Jasper FilmLexikon: Ein Film, der die Stille zu Musik werden läßt und seine Stärke in der Balance zwischen Lachen und Weinen, Freude und Schmerz findet. "Jenseits der Stille" ist ein Ereignis unter den deutschen Produktionen und hervorragend besetzt.
film-dienst 25/1996: Ein gelungenes Kinodebüt einer Absolventin der Münchener Filmhochschule. Der Film überzeugt sowohl als sensible Gestaltung der Probleme von Behinderten als auch in seiner universalen Thematik des Selbstfindungsprozesses einer jungen Frau und dem Plädoyer für Verständnis und Offenheit gegenüber unvereinbar scheinenden Erfahrungswerten.
TV Hören und Sehen 50/1996: Humorig und ergreifend - die einfühlsame Schilderung über das Zusammenleben von Hörenden und Gehörlosen. Einer der anrührendsten Filmen des Jahres will nicht Mitleid heischen, sondern Verständnis wecken. Ermöglicht wird's durch ein großartiges Darsteller-Ensemble.
Cinema 01/1997: Warmherzig, sanft, sensibel - ein Film wie Kerzenlicht im grauen Winter.