Gerhard Heeke über Jenseits der Stille

Jenseits der Stille, ist als Film betrachtet, eher diesseits der Stille, es ist ein bemerkenswert ruhiger Film. Vor allem nach den ganzen lauten Komödien, die Deutschlands Produzenten in der letzten Zeit so sehr zu bevorzugen scheinen. Aber die Film ist nicht still im Sinne von traurig. Die Geschichte des Mädchens Lara, die bei gehörlosen Eltern aufwächst, ist voller Witz. Zu Spannungen innerhalb der Familie kommt es, als Lara die Musik für sich entdeckt. Vor allem der Vater kommt damit nicht klar. Er befürchtet Lara an eine Welt zu verlieren, die für ihn immer verschlossen sein wird. Hinzu kommt der Ärger mit der buckligen Verwandtschaft und die vielen tausend Kleinigkeiten des täglichen Lebens.

Der Film lebt weniger von der doch recht "alltäglichen" Story, als von den Schauspielern. Sowohl Sylive Testud, als jugendliche Lara, als auch Howie Seago (der Vater) sind sehr überzeugend. Howie Seago, selbst gehörlos, hat schon bei einigen (Theater-)Produktionen (vorzugsweise im Ausland) mitgewirkt. Das fehlende Element der Sprache macht er durch seine Gebärden(sprache) und - vor allem- seine Mimik wett. Der Mann spricht Bände, selbst wenn er kein Wort sagt.

Der Film wird durch eine tolle (klassische) Musik begleitet.

Für die Zuschauer, die der Gebärdensprache nicht mächtig sind, wurden eine Reihe von Passagen untertitelt.

Üblicherweise bespreche ich die Filme ja etwas ausführlicher. Aber dies scheint mir hier unpassend zu sein. Die Story ist/könnte aus dem richtigen Leben gegriffen sein und die Schauspieler/Rollen ebenfalls. Hier mehr über die Story zu verraten, hieße den Spaß an dem Film wegnehmen. Nehmen Sie sich Zeit für diesen Film. Sie sollten in der Stimmung für ihn sein.

Fazit: Ein sehr schöner, komischer, anrührender Film. Eher etwas für ruhigere Gemüter.

9 von 10 lautlosen Schreien.

Dirk Jasper FilmLexikon
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