Gerhard Heeke über Der Geist und die Dunkelheit

"Der Geist und die Dunkelheit", so werden von den Eingeborenen zwei menschenfressende Löwen genannt. 'Der Geist und die Dunkelheit' sind aber auch Val Kilmer alias Colonel Patterson und Michael Douglas alias Remington. Der eine Humanist und Optimist in einer Person, der andere nicht nur von Beruf, sondern aus Berufung, Jäger (auch wenn er behauptet, das Töten zu hassen), aber als Afrikabewunderer und Dickköpfe gleichen sich beide mehr als es ihnen bewußt ist.

Die Story versetzt uns in das Afrika des ausgehenden letzten Jahrhunderts. Die Briten bauen eine Eisenbahlinie, die den Fluß Tsavo kreuzt. Der Ingenieur Patterson wird von der Eisenbahngesellschaft eben dorthin geschickt, um die Brücke zu bauen. Aber schon kurz nach der Ankunft des afrikabesessenen Engländers gibt es Ärger. Löwen greifen das Camp an und töten die Arbeiter. Der Großwildjäger Remington soll das Problem lösen. Doch leider sind die Bestien sehr intelligent ...

Wie schon so viele Afrikafilme vorher, so lebt auch dieser Streifen von den großartigen Landschafts- und Tieraufnahmen. Kein anderer Kontinent übt wohl eine solche Faszination auf den US- bzw. europäischen Zuschauer aus. Immer wieder streift die Kamera über die endlose Savanne oder beobachtet die wildlebenden Tiere. Immer wieder versuchen Hauptdarsteller und Zuschauer gleichermaßen, die im hohen Gras versteckten Löwen auszumachen. Diese Bilder werden von einem starken Soundtrack untermalt. Allein durch diese beiden Elemente gewinnt der Film erheblich an Reiz. Denn die Geschichte selber, die sich übrigens tatsächlich zugetragen haben soll, ist recht eindimensional. Während der Charakter des Colonel Patterson immerhin noch einige Ansatzpunkte zur Entwicklung bietet, ist Remington leider nicht so ausbaufähig. So ist es leider auch nicht ausgeblieben, das Michael Douglas in dieser Rolle so nun überhaupt nicht glänzen kann. Keine Spur mehr von den exellenten Fähigkeiten, die man z.B. in 'Falling Down' bewundern konnte. Aber auch Val Kilmer konnte mich nicht so recht überzeugen. Mit einer handvoll mimischer Mittel versucht er sich über den Film zu retten. Nur leider steckt er diesmal nicht hinter einer Maske, wie in Batman. Die restlichen Rollen, auch die des schwarzen Erzählers, treten hinter dem Duo zurück. Einige behaupten ja, die eigentlichen Hauptrollen hätten die Löwen inne. So weit möchte ich nun denn doch nicht gehen. Allerdings gibt es einige tolle (und sicherlich schwierige) Tierstunts mit diesen gefährlichen Großkatzen zu sehen.

Die Dialoge sind nicht so toll geraten, aber das wird durch die starke Bildsprache mehr als nur wettgemacht.

Was bleibt sind etwas mehr als eineinhalb Stunden nette Kinounterhaltung ohne gehobenen Anspruch. Aber dennoch bleibt der Film durchgehend interessant. Empfindsamen Naturen sei an dieser Stelle empfohlen so das eine oder andere Mal beiseite zu schauen.

Fazit: Spannende Afrikaabenteuer mit großen Katzen

6 von 10 Löwenjägern

© Gerhard Heeke © 1999 Next Step Mediendienste GmbH