Die wundersame Karriere des Diplomaten Edmund F. Dräcker im Dienste der deutschen Außenpolitik. Die Figur Dräckers geisterte dreißig Jahre lang durch die deutsche Geschichte und hielt Presse, Politiker und Bürger gleichermaßen zum Narren.
Die deutsche Botschaft in Rom berichtet 1937 erstmals vom Hugenotten-Nachfahren Edmund F. Dräcker: Die denkwürdige Begegnung Dräckers mit einem Botschaftsangehörigen fand in einer Bierschänke statt und wurde aktenkundig. Damit war Dräcker "ins Leben getreten", wie sich einer der Interviewpartner im Film erinnert. Während der Nazizeit hat der Archivar des Auswärtigen Amtes eine Akte über den Ministerialdirigenten Dräcker angelegt.
Sämtliche "Aktivitäten" und die Laufbahn des fiktiven Beamten sind hier dokumentiert. Edmund F. Dräcker: Für die politischen Beobachter war er eine feste Größe, ein Diplomat mit Spezialaufträgen, unter anderem im Nahen Osten und auf dem indischen Subkontinent.
Andere wiederum (vor allem ein Hamburger Nachrichtenmagazin!) nahmen die Vorgänge um Dräcker so ernst, dass sie ihn im Jahre 1967 als Phantom entlarvten. Das Leben und die Existenz dieses außergewöhnlichen Menschen sind den wenigsten bekannt geworden. Das liegt in der Natur der Sache, denn sonst hätte Dräcker nicht so unvergleichlich und segensreich für die Bundesrepublik Deutschland wirken können ...
Filmkritiken
Dirk Jasper FilmLexikon: Der Filmemacher Claus Stobel hat ein bemerkenswertes Mosaik geschaffen: Neben Spielszenen, die die Geschichte des Geheimdiplomaten illustrieren, berichten Freunde, Förderer und Bekannte über Dräcker, so dass sich für den Zuschauer gleichzeitig ein humorvoller Blick auf die deutsche Nachkriegsgeschichte ergibt und der Beweis dafür geliefert wird, dass "Das Phantom von Bonn" tatsächlich existierte.
film-dienst 03/1997: Geschickt arrangierte Collage aus Zeitzeugen-Interviews, Spielszenen und historischen Originalaufnahmen, deren Intention aber nicht ganz klar wird, weil die formale Gestaltung immer wieder den Verdacht nahelegt, es insgesamt mit einer Erfindung zu tun zu haben.
Cinema 02/1997: Als fiktive Dokumentation angelegter Filmspaß über einen deutschen Geheimagenten.