Der stille Herr Genardy

• Inhalt • Darsteller, Regie, Stab • Bemerkungen •

Filmplakat
Filmplakat Titel Deutschland: Der stille Herr Genardy
Genre: Thriller
Farbe, Deutschland, 1996, FSK 12

Laufzeit TV: 92 Minuten



Szenenfoto Sigrid Pelzer ist eine alleinstehende Mutter mit ihrer schulpflichtigen Tochter Nicole. Sigrid arbeitet als Verkäuferin und steckt jede Mark in ihr Haus, das sie abbezahlen muß. Deswegen hätte sie auch am liebsten wieder eine Frau zur Untermiete, die ein wenig auf Nicole aufpassen könnte.

Gerade jetzt, wo die Tochter ihrer Arbeitskollegin Hedwig Otten verschwunden ist und von der Polizei unter Kommissar Beer fieberhaft gesucht wird, würde sich Sigrid so viel wohler in ihrer Haut fühlen. Doch statt einer Frau bezieht Herr Genardy das Zimmer. Er scheint kinderlieb zu sein und ist auch bereit, hundert Mark mehr als seine Vorgängerin zu bezahlen.

Trotz eines Gefühl des Unbehagens, trotz Alpträumen und Visionen, für die es keine Erklärung gibt, läßt Sigrid Herrn Genardy, einen älteren, freundlichen Herrn einziehen. Schließlich muß sie mit jeder Mark rechnen. Scheinbar führt er ein normales, gänzlich unauffälliges Leben. Doch irgendwas stimmt nicht mit Herrn Genardy - auch wenn er für alle Unstimmigkeiten eine Erklärung hat.

Doch hin und wieder spricht der nette Herr Genardy kleine Mädchen auf Spielplätzen an und geht mit ihnen weg ... Sigrid hat Angst um ihre Tochter, aber niemand glaubt ihren Befürchtungen. Auch ihr Freund, Günther Schrade, nimmt ihre Sorgen nicht ernst. Denn Sigrid kann nichts beweisen. Und wer würde ihr glauben?


SzenenfotoDarsteller: Iris Berben (Sigrid Pelzer), Matthias Fuchs (Josef Genardy), Leonard Lansink (Günther Schrade), Luise Helm (Nicole Pelzer), Walter Kreye (Wolfgang Beer), Nele Müller-Stöfen (Hedwig Otten)

Regie: Carlo Rola

Stab: • Produzenten: RTL, Premiere • Drehbuch: Petra Hammesfahr • Vorlage: Roman "Der stille Herr Genardy" von Petra Hammesfahr • Filmmusik: Georg Kleinbreil • Kamera: Peter Ziesche • Spezialeffekte: - • Ausstattung: - • Schnitt: - • Kostüme: - • Make Up: - • Ton: - • Toneffektschnitt: - • Stunts: - •


SzenenfotoFilmkritiken

Der Spiegel 1996-10-21: Der grausige Fall des belgischen Kinderschänders Dutroux täuscht darüber hinweg, dass Mißbrauch viel öfter ein Verbrechen in der Enge der Familie und unmittelbarer Nachbarschaft ist. Der stille Herr Genardy ist ein unauffälliger Zegenosse...Ihn als das Monster zu enttarnen, das er ist, dazu bedarf es der Witterung eines durch selbsterfahrenes Leid hellsichtigen Blicks. Iris Berben spielt die Mutter, die den schleimigen Schänder (ausgezeichnet: Matthias Fuchs) zur Strecke bringt, mit langem Atem: Aus Angst wird nach und nach Entschlossenheit. Regisseur Carlo Rola und Autorin Petra Hammesfahr lassen die Gemeinschaftsproduktion von Premiere und RTL an keiner Stelle platt und reißerisch werden.

Rainer Stiller (Gong 1996-11-08): Dieser Film nach einem Roman von Petra Hammesfahr ... hielt die Balance auf dem hauchdünnen Grat zwischen Voyeurismus und Weinerlichkeit. Mit hervorragenden Schauspielern (...) inszenierte Rola ein Meisterwerk. Ein Meisterwerk, das über jeden Verdacht erhaben ist, um möglicher Quotengewinne willen einem Trend folgen zu wollen.


SzenenfotoBemerkungen

Die Dreharbeiten dauerten vom 23. April 1996 bis zum 4. Juni 1996.

Regisseur Carlo Rola arbeitete zuerst als Regieassistent bei Schauspiel- und Opernproduktionen in Hamburg, Frankfurt und Berlin. Seit 1985 führte er ebenfalls Regie bei Spielfilmen und Fernsehspielen ("Rosa Roth", "Das zweite Leben", "Das Geheimnis des gelben Geparden"). In den Kinos war zuletzt die Realsatire über den Frankfurter Pleitier Jürgen Schneider, "Peanuts - Die Bank zahlt alles" zu sehen, bei der er Regie führte.

Iris Berben ("Detektive", "Edgar Wallace", "Sigi, der Straßenfeger", "Tapetenwechsel", "Cosimas Lexikon") war ebenfalls in "Peanuts - Die Bank" zahlt alles" zu erleben. Matthias Fuchs arbeitete u. a. für die TV-Serien "Der Alte", "Derrick" und "Tatort". Im Kino flimmerte er in Wolfgang Petersens "Das Boot", R. W. Faßbinders "Lola", dem Psychodrama "Die Eroberung der Mitte" und, jüngst im Kino, Hans Christophs Blumenbergs "Beim nächsten Kuß knall ich ihn nieder" über die Leinwände. Leonard Lansink ("Der Fahnder", "Soko", "Ein Fall für zwei", "Tatort") war auch in dem Spielfilm "Der bewegte Mann" zu sehen. Luise Helm ist mit 13 Jahren bereits ein Profi. Ihr Fernsehdebüt feierte sie mit einer kleineren Rolle in "Ein Bayer auf Rügen". Seither wirkte sie u. a. in "Birgers Chance", "Polizeiruf" und "Tote sterben niemals aus" mit.

Dirk Jasper FilmLexikon
© 1996 Premiere © 1994 - 2010 Dirk Jasper