Er kam aus Amerikas tiefster Provinz und aus ärmsten Verhältnissen. Er besaß keine abgeschlossene Schulausbildung. Und doch wurde Larry Flynt einer der reichsten Verleger der USA. Sein Aufstieg begann zu Beginn der 70er Jahre, als die sexuelle Revolution auch das Hinterland der Vereinigten Staaten überrollte und auf die moralische Entrüstung selbsternannter Führer der "schweigenden Mehrheit" prallte.
Larry Flynts schamloses "Hustler"-Magazin, in dem Nachtclub-Tänzerinnen sich erstmals präsentierten, wie Gott sie schuf, brachte seinem Herausgeber nicht nur phantastischen Reichtum, sondern auch eine schier endlose Kette von Prozessen ein, Aufenthalte in Provinzgefängnissen, staatlichen Nervenheilanstalten und einen Anschlag, der ihn fast das Leben kostete.
Filmkritiken
Dirk Jasper FilmLexikon: Der zweifache Oscar-Gewinner und Regisseur Milos Forman erzählt die faszinierende Geschichte eines ungewöhnlichen Mannes, der provokativ und erfolgreich gegen die Scheinmoral des amerikanischen Bürgertums ankämpft, dabei alles riskierte und viel verlor. Doch Forman enthüllt auch die Geschichten einer großartigen Freundschaft und einere grandiosen Liebe, voller Lust und Verzweiflung, mit allem Wahnsinn, allen Niederlagen und Triumphen.
TV Movie 04/1997: Woody Harrelson gibt seine bislang stärkste Vorstellung in der Rolle des Mannes, dem nichts heilig war - mit Ausnahme des Rechts auf freie Meinungsäußerung. Aus Flynts grotesken Grabenkämpfen mit der amerikanischen Justiz, die ihm am Ende recht gibt, gewinnt Formans Werk seine satirische Schärfe. Der intelligente und zugleich höchst amüsante Film ist indes nicht nur die Geschichte eines furchtlosen Pornoverlegers, der zum Stachel im Fleisch der puritanischen USA wurde. Zugleich liefert er das Porträt einer reinen Liebe inmitten moralischer Verderbtheit. Courtney Love ist als drogensüchtige Flynt-Gattin Althea dabei das Herzstück des Film: Ihrem beseelten Spiel verdankt Hollywoods mutigster Film seit langem seine ungeheure emotionale Kraft.
film-dienst 04/1997: Der von Milos Forman inszenierte Film verquickt Dokumentation, Opernhaftigkeit und Ironie zu einem brillanten Porträt, das an einem Extremfall die elementare Bedeutung des Rechts auf freie Meinungsäußerung darstellen will. Dabei unterschlägt er jedoch wichtige Aspekte der beruflichen und privaten Existenz des Porno-Verlegers und bedient sich zum Teil fragwürdiger satirischer Mittel, so dass das Ergebnis der Wirklichkeit nicht gerecht wird.
Cinema 02/1997: Milos Forman verfilmte das Leben des Porno-Verlegers Larry Flynt als bizarr-komische Anklage gegen US-Prüderie.
TV Today 04/1997: Plädoyer für freie Rede und freie Brüste - als Gesellschaftskitik platt, als Charakterstudie unverblümt und amüsant.
TV Spielfilm 04/1997: Messerscharfe Satire, die nicht nur die bigotte Moral der Sittenwächter ins Visier nimmt.