Das Ehepaar gibt sich gerade keuchend dem
Liebesspiel hin, als sich quietschend die Schlafzimmertür
öffnet und der Sohn das Zimmer betritt. Er habe bedrohliche
Geräusche gehört, erklärt er sein Eindringen, sei
aber sehr beruhigt, dass diese nur aus einem simplen Geschlechtsakt
resultierten. Aber wo er schon mal da sei, könne er ja schnell
mal ein paar Details über die Kopulation erläutern - denn
so manch einer wisse ja schließlich gar nicht, was sich bei
dieser Tätigkeit exakt im menschlichen Körper abspielt
...
Solch einen Knaben kann man mit Fug und Recht als "Kleines Arschloch" bezeichnen. Dabei ist seine peinliche (und wissenschaftlich nicht ganz korrekte) Anatomievorlesung noch eine seiner harmlosesten Eskapaden. Denn was der Klugscheißer den restlichen Tag noch anstellen wird, ist deutlich heftiger. Zuerst eröffnet er seinere älteren Schwester, dass sein Freund Kalle sich in sie verliebt habe. Da diese Liebe zweifelsohne unerfüllt bleiben wird, habe er Kalle einen ihrer gebrauchten Slips gegeben - damit er wenigstens etwas zum Hineinonanieren hätte.
Das "Kleine Arschloch" gönnt sich keine Ruhepausen: Er führt am Nachbarshund Drogenexperimente durch, hilft bei "Essen auf Rädern" aus, wo er einen blinden Patienten an den Rand des Wahnsinns treibt, singt satanische Verse beim Kirchentag und versucht sich mit katastrophalen Folgen als Radiomoderator. Doch das alles ist noch nichts,
verglichen mit dem großen Coup, den er sich für den Abend
aufgespart hat. Denn da ist das Schulfest, und das "Kleine
Arschloch" hat sich ein ganz besonderes Unterhaltungsprogramm
ausgedacht ... Synchronstimmen: Arne Elsholtz (Vater),
Katharina Ackermann (Mutter), Helge Schneider (Der alte
Sack), Claudia Lössel (Die Schwester), Erik Schäffler
(Giftzwerg), Reinhard Krökel (Giftzwerg), Monty Arnold
(Giftzwerg)
Regie: Michael Schaack, Veit Vollmer Stab: • Produzenten: Hanno
Huth für Senator Film • Drehbuch: Walter Moers •
Vorlage: Comics von Walter Moers •
Filmmusik: Wolfgang von Henko •
Kamera: Graham Tiernan • Spezialeffekte: - •
Ausstattung: Christoph Baum • Schnitt: - •
Kostüme: - • Make Up: - • Ton: - •
Toneffektschnitt: - • Stunts: - • Filmkritiken
Cinema 03/97: Walter Moers' Comicfigur hat in der Zeichentrick-Adaption von Michael Schaack nichts an rotzfrecher Anarchie verloren. TV Spielfilm 05/1997: Abgeschwächter Zeichentrickspaß, dem die Boshaftigkeit der Originalbücher etwas fehlt. TV Today 05/1997: Schwer zu glauben, aber wahr: In bewegten Bildern ist Moers' Racker leider nicht halb so komisch wie auf dem Papier. TV Movie 05/1997: Bei Michael Schaack & Co. war das "Kleine Arschloch" in guten Händen, und so dürften Fans am Film Gefallen finden. Einziger Wermutstropfen: Die Sprüche des Bengels kennt man großenteils bereits aus den Büchern. TV Hören und Sehen 09/1997: Der kecke Film nach Cartoons von Walter Moers ist nichts für Tugenbolde.
Die Woche 07.03.1997: ... die
der Anarchie der Vorlage treu bleibt. Ein politisch inkorrektes
Werk, dessen Herstellung den Zeichnern von Walt Disney die
Schamesröte erst ins Gesicht und dann auf die Folien getrieben
hätte.
|



Das Ehepaar gibt sich gerade keuchend dem
Liebesspiel hin, als sich quietschend die Schlafzimmertür
öffnet und der Sohn das Zimmer betritt. Er habe bedrohliche
Geräusche gehört, erklärt er sein Eindringen, sei
aber sehr beruhigt, dass diese nur aus einem simplen Geschlechtsakt
resultierten. Aber wo er schon mal da sei, könne er ja schnell
mal ein paar Details über die Kopulation erläutern - denn
so manch einer wisse ja schließlich gar nicht, was sich bei
dieser Tätigkeit exakt im menschlichen Körper abspielt
...
Dann frönt das
"Kleine Arschloch" selbst dem Liebeswerben. Denn auch er hat sein
Herz verloren: an die rüstige Rentnerin Inge Koschmidder. Wie
er überhaupt ein sehr intensives Verhältnis zu Senioren
hat: Mit seinem Opa, der steif und fest behauptet, maßlose
Masturbation hätte ihn zum Krüppel gemacht, schiebt er
tagtäglich über den Friedhof, damit "der alte Sack"
Trauergäste anschnauzen kann.
Synchronstimmen: Arne Elsholtz (Vater),
Katharina Ackermann (Mutter),
Filmkritiken
film-dienst
05/1997: Die Episoden sind sorgfältig gezeichnet und
sinnvoll zusammengesetzt. Durch musicalartige Einlagen und einige
Passagen wird der satirische Ansatz abgeschwächt.