Mal zugegeben: In
jedem von uns steckt doch ein kleines Arschloch. Aber der
zwölfjährige Bengel und Titelheld dieses Films ist schon
ein ganz besonderes. Seinen erschrockenen Eltern hält er,
nachdem er sie beim Geschlechtsverkehr erwischt hat, einen
inbrünstigen Vortrag über die Fortpflanzung des Menschen.
Seine Schwester bringt er zur Weißglut, weil er ihren Slip an
einen schlüpfrigen Mitschüler verkauft hat. Seine
72jährige Nachbarin treibt er mit seinen seltsam erotischen
Nachstellungen gar in den Herztod. Und zum guten Schluß
schickt er die Eltern und Lehrer einer Schulversammlung mittels LSD
veredelter Waldmeisterbowle auf den Drogentrip.
In Walter Moers' Comics geht's halt richtig abartig zu, und der gute Geschmack bekommt mächtig einen auf die Birne. Dennoch (oder gerade deswegen!) sind die gezeichneten Geschichten des Mönchengladbachers, dem die Kinderwelt auch den ,,Käpt'n Blaubär'' zu verdanken hat, so populär. Und die größte Fangemeinde (da muß man sich im Kino nur einmal umschauen) hat das ,,Kleine Arschloch'' unter Jugendlichen, die selbst noch, wie ihr Held, arg mit ihren Pickeln zu kämpfen haben und für die der bebrillte Rotzlöffel all das tut, was sie selber gern mal machen würden, aber - der Zivilisation sei dank - nie machen werden. dass dieser Rächer der Pubertierenden nun auch im Kino seine triebhaft-perversen Spielchen treiben darf, war angesichts seines Comic-Erfolges nur eine Frage der Zeit. Dabei haben Michael Schaack der zuvor schon ,,Werner'' auf die Leinwand gebracht hat, und Veit Vollmer, Zeichner der TV-Serie ,,Ottifanten'', bekannte Episoden recht geschickt in eine kleine Rahmenhandlung gesteckt und exzellente Sprecher engagiert, die Moers' Nasenbärfiguren so richtig lebendig werden lassen. Vor allem Helge Schneider, der dem ,,alten Sack'' (sprich: Großvater) die Stimme leiht, sorgt für ein paar wirklich gelungene Gags. Entstanden ist so ein knapp
80minütiger Film, der hält, was der Titel bereits
verspricht, der schrecklich frauen-, alten-, tier- und
weiß-der-Teufel-feindlich und für ernsthafte Zeitgenossen
auf keinen Fall zu empfehlen ist. Der Kleine-Arschloch-Kritiker hat
sich also bestens amüsiert.
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Mal zugegeben: In
jedem von uns steckt doch ein kleines Arschloch. Aber der
zwölfjährige Bengel und Titelheld dieses Films ist schon
ein ganz besonderes. Seinen erschrockenen Eltern hält er,
nachdem er sie beim Geschlechtsverkehr erwischt hat, einen
inbrünstigen Vortrag über die Fortpflanzung des Menschen.
Seine Schwester bringt er zur Weißglut, weil er ihren Slip an
einen schlüpfrigen Mitschüler verkauft hat. Seine
72jährige Nachbarin treibt er mit seinen seltsam erotischen
Nachstellungen gar in den Herztod. Und zum guten Schluß
schickt er die Eltern und Lehrer einer Schulversammlung mittels LSD
veredelter Waldmeisterbowle auf den Drogentrip.