Filmkritiken
Dirk Jasper FilmLexikon: "Was Ihr wollt" ist die letzte von Shakespeares romantischen Komödien - und zugleich eine der schönsten. Mit einer Traumbesetzung und viel Gespür für Timing und Wirkung auf der Leinwand hat der englische Theater-Regisseur Trevor Nunn die Shakespeare-Komödie in ein spannungsvolles und sehr vergnügliches Kino-Erlebnis verwandelt.
TV Movie 07/1997: Musical-Regisseur Trevor Nunn versteht sein handwerk: Kostüme rauschen, die Musik geht ins Ohr, und die Kamera schwenkt furios. Doch Shakespeares "Was ihr wollt" ist nicht der "Starlight Express". Die hervorragenden Schauspieler, allen voran Imogen Stubbs, bleiben blasse Schablonen in einem goldenen Käfig. Dem Film fehlt der Esprit von Kenneth Branaghs "Viel Lärm um nichts". Und statt sonnendurchfluteter Toskana gibt's nur das wolkenverhangene Cornwall. Vielleicht liegt es daran, dass "Was ihr wollt" etwas unterkühlt geriet.
film-dienst 07/1997: Werknahe, akribische Umsetzung, die in der Thematisierung von Geschlechteridentität und erotischen Anziehungskräften einen spannenden Ansatz findet, die ausufernden Nebenhandlungen aber nicht zurückstutzt und dadurch den Gesamtduktus untergräbt.
Cinema 04/1997: Shakespeare, wie wir ihn nach dem aufregend modernisierten "Romeo + Julia" nicht mehr sehen wollen: ohne originellen Ansatz werkgetreu und langatmig heruntergekurbelt.
Die Woche 04.04.1997: Die 137. Shakespeare-Verfilmung in den letzten Monaten - und kein Ende ist absehbar. Kein Pädagoge würde seine Schüler so traktieren wie die Film-Industrie ihre Kunden.
TV Spielfilm 07/1997: Elegant, opulent, aber behäbig - Bildungsbürger-Kino, nur für echte Shakespeare-Sammler.
TV Today 07/1997: 395 Jahre alt und immer noch komisch! Shakespeares klassisches "Boulevardstück" in behutsam modernisierter Form.