Gerhard Heeke über Dante's Peak

Dante's Peak wurde gerade zum Ort mit der zweithöchsten Lebensqualität von den ganzen USA gekürt. Diese Lebensqualität erleidet allerdings innerhalb der nächsten 112 Minuten ganz erhebliche Einbußen. Der kleine Ort liegt idyllisch am Fuße eines erloschenen Vulkans und wird von der hübschen, aber einsamen, Bürgermeisterin Rachel Wando (Linda Hamilton) regiert. Als eines Tages von einem geologischen Institut kleinere Minibeben festgestellt werden, wird der Vulkanologe Harry Dalton (Pierce Brosnan) für eine Vor-Ort Forschung nach Dante's Peak geschickt. Harry findet schnell heraus, dass der Vulkan ausbrechen wird. Aber man nimmt ihn nicht ernst und so sind noch alle Bürger vor Ort als das Inferno ausbricht. Rachels Kinder befinden sich in direkter Nähe zum Vulkan. Und so machen sich mitten im Chaos Rachel und Harry auf die Kinder zu retten ...

Der kurze Storyabriß zeigt es schon. Bei Dante's Peak handelt sich ganz und gar um einen typischen Katastrophenfilm. Alle Zutaten sind vorhanden: Ein Held, dem niemand glaubt. Eine total nette Frau (in den Helden verknallt), zwei allerliebste Kinder, eine störrische Großmutter und ein Haufen Ignoranten, der eines besseren belehrt wird. Aber so richtig funken will es nicht.

Trotz der sehr vorhersagbaren Story ist der Film aber dennoch leidlich spannend. Der Zuschauer wird von der Action förmlich mitgerissen. Der Regisseur Roger Donaldson läßt seinen Zuschauern kaum Gelegenheit zum Nachdenken. Die Special Effects insgesamt sind allerdings nicht alle so gut, wie der eigentliche Vulkanausbruch. Der Einsturz der Staudamms zeigt leider nur allzu deutlich das Modell. Und von der Brücke wird doch glatt ein Spielzeugauto weggeflutet. In Anbetracht des ansonsten betriebenen Aufwandes, frage ich mich, ob das sein mußte.

Zumindest die geologischen Gegebenheiten sollen, so habe ich mir erzählen lassen, im großen und ganzen stimmen. Das ist ja auch schon mal was und im Actiongenre auch nicht gerade typisch.

Pierce Brosnan hat mit in Dante's Peak eigentlich ganz gut gefallen. Zumindest besser wie im letzten James Bond. Aber trotzdem bleibt ein Problem: Er ist immer noch Remington Steele. Leider.

Linda 'Frau an der Seite des Terminators' Hamilton spielt ordentlich, wenn auch nicht gerade überragend. Dies gilt auch für das restliche Team.

Was bleibt also?

Fazit: 112 Minuten recht spannende, aber auch sehr konventionelle Unterhaltung.

6 von 10 Pompeijis

Dirk Jasper FilmLexikon
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