Ernst Corinth über Jaguar

Ein Indianer in Paris ist immer gut für ein paar nette Gags. Schließlich bringen diese Lendenschurzträger alles durcheinander, kennen sich weder mit dem Straßenverkehr noch mit den anderen Segnungen der modernen Zivilisation aus. Und wenn sie dann noch barfüßig, halbnackt und im Stammesschmuck durch ein Luxushotel schreiten, wird's richtig lustig. Auch Regisseur Francis Veber läßt in seiner Ethno-Abenteuerkomödie mal wieder die Kulturen aufeinanderprallen, doch leider bleibt diese Konfrontation in Klischees stecken, und selbst der tiefe Griff in die Esoterik-Kiste kann "Jaguar" nicht retten.

Erzählt wird von dem Schamanen Wanu (Harrison Lowe), der unter die Pariser fällt und dabei zufällig den bankrotten Berufsspieler Perrin (Patrick Bruel) kennenlernt. Und das hat Folgen: Für den Indianer ist Perrin der Auserwählte, der das Kunststück fertigbringen soll, seine im Urwald geklaute Seele wieder zu finden. Zu diesem Zweck muß der Pariser nun selbst an den Amazonas düsen, um dort nach dem bösen Seelendieb zu suchen.

Da bekanntlich französische Berufsspieler im Urwald ziemlich alt aussehen, unterstützt ihn nicht nur der Schamanenassistent Campana (Jean Reno), sondern sogar der mittlerweile in Paris schwer erkrankte Schamane. Mittels mentaler und interkontinentaler Kraftübertragung (via Seelendatenautobahn?) wird aus Perrin im Notfall urplötzlich ein unbezwingbarer Kämpfer. Und nach ein bißchen Gemetzel hier und ein bißchen Gemetzel da folgt nach 100 überflüssigen Minuten das erlösende Happyend.

Dirk Jasper FilmLexikon
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