Gerhard Heeke über Absolute Power

Absolute Power von und mit Clint Eastwood bietet Spannungskino der etwas anderen, leider so völlig aus der Mode gekommen Art. In Absolute Power gibt es keine hektischen Schnitte und keine rasanten Verfolgungsjagden die mit der Zerstörung von halben Stadtteilen endet. Aber gerade das, macht den Film so interessant.

Clint Eastwood spielt den Spitzeneinbrecher Luther Whitney. Als er in eine Villa einbricht wird er von der Hausherrin und ihrem Liebhaber überrascht. Er kann sich gerade noch in einem geheimen Raum in Sicherheit bringen. Der Raum ist durch einen Einwegspiegel vom Schlafzimmer getrennt. Dort kann er dann beobachten, wie die beiden es miteinander treiben. Aber die Situation gerät außer Kontrolle. Der Liebhaber ruft um Hilfe und zwei Leibwächter töten die Frau. Da der Liebhaber der Präsident der USA ist und die Frau nicht seine Frau, wird der Mord vertuscht. Aber Luther hat alles durch den Spiegel gesehen und außerdem kann er bei seiner Flucht die Tatwaffe ansich nehmen. Die Polizei nimmt die Ermittlungen auf. Was zunächst wie ein Einbruch mit Mord aussieht, läßt die Polizisten im Laufe der Ermittlungen immer mehr zweifeln. Die Mosaiksteinchen passen einfach nicht zusammen. Aber auch sie haben Luther in Verdacht, denn eine Alarmanlage von diesem Kaliber schaltet nicht jeder so einfach aus. Neben der Polizei und dem Secret Service ist auch noch ein Killer hinter Luther her, denn der Witwer möchte den Tod seiner Frau nicht ungesühnt lassen ...

Clint Eastwood wird mit zunehmenden Alter immer besser. Sowohl vor, als auch hinter der Kamera. Und es gehört heutzutage schon Mut dazu, einen Film zu drehen, der fast völlig auf Action, Gewalt, heiße Musik und schnelle Schnitte verzichtet. Insofern ist Absolute Power das genaue Gegenstück »Con Air«, dem Actionfilm dieses Sommers. Aber dennoch (oder deswegen) ist der Film sehr spannend. Er erzählt eine Geschichte, läßt die Akteure wirken. Der Zuschauer hat Zeit sich auf das Schauspiel der Darsteller einzulassen und die Szenen auf sich wirken zu lassen. Allerdings reihen sich die Szenen zum Ende hin recht plötzlich aneinander, so als ob dem Drehbuchautoren die Ideen und die Tinte auszugehen drohte.

Neben Gene Hackman , der den Präsidenten spielt, hat mir Judy Davis als schuftige Stabschefin sehr gut gefallen. Aber auch Ed Harris, der den leitenden Ermittler, spielt ist sein Geld wert.

Fazit: Sehr spannender, ruhig inszenierter Thriller mit hochkarätiger Besetzung

8 von 10 Vertuschungsaktionen

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