dass der kleine
Unterschied große Folgen hat, ist bekannt. dass jemand, der
mit ihm überhaupt nicht zurecht kommt und ihn dann gar
entfernen läßt, nach dem finalen Schnitt enorme Probleme
haben kann, zeigt Richard Spences Film am Beispiel einer
ungewöhnlichen Beziehung.
Karl und Paul sind während der Schulzeit echte Kumpels gewesen. Nach 20 Jahren treffen sich beide zufällig wieder. Aber aus Karl ist inzwischen Kim geworden. Er (beziehungsweise sie) hat sich operieren lassen, das Geschlecht gewechselt und arbeitet jetzt als Texterin in einer Firma für ausgefallene Glückwunschkarten. Die Begegnung haut die Zwei buchstäblich um, verborgene und nie ausgelebte Gefühle aus der Schulzeit werden plötzlich wach, und der aggressive Motorradmacho Paul steckt schlagartig in der allerschönsten Männlichkeitskrise. Doch wer nun angesichts dieser Thematik ein düsteres Betroffenheitsdrama erwartet, der wird von diesem Film angenehm enttäuscht. Richard Spence hat diesen vermeintlich ernsten Stoff nämlich tatsächlich in eine amüsante und zuweilen sogar richtig romantische Liebeskomödie verwandelt. Zwar werden dabei die Probleme und Krisen eines Transsexuellen wie Karl/Kim äußerst realistisch gezeigt: beispielsweise die Angst irgendwie aufzufallen und die damit verbundene Überanpassung, die bis zur Selbstverleugnung geht. Aber dies alles und noch einiges
mehr hat der englischen Regisseur geschickt mit einer Handlung
verbunden, die das erlebte und demonstrierte Leid zum rechten
Zeitpunkt stets ironisch und amüsant abfedert. Besonders
gelungen sind vor allem die Szenen, in denen sich die beiden
langsam annähern, dann wieder zurückschrecken und am
alten Rollenverständnis schier verzweifeln. Rupert Graves
(Paul) und Steven Mackintosh (Karl/Kim) agieren dabei so sensibel,
so witzig und bis in kleinste Gesten hinein so glaubhaft, dass am
Schluß die ungewöhnliche Beziehung alles
Ungewöhnliche verloren hat. Denn wo die Liebe richtig
hinfällt, hat selbst ein kleiner Unterschied keine großen
Folgen mehr.
|

dass der kleine
Unterschied große Folgen hat, ist bekannt. dass jemand, der
mit ihm überhaupt nicht zurecht kommt und ihn dann gar
entfernen läßt, nach dem finalen Schnitt enorme Probleme
haben kann, zeigt Richard Spences Film am Beispiel einer
ungewöhnlichen Beziehung.