Ernst Corinth über Die drei Mädels von der Tankstelle

Wigald hat Probleme und eine Frauenallergie. dass beides mit seinen komischen Klamotten zusammenhängen könnte, auf die Idee kommt der kurze Kerl mit dem 60er Jahre Tapetenoutfit nicht. Zum Glück, denn seine Fans mögen ihn eben so, wie er ist und wie er sich seit Jahren in der ,,Samstag Nacht''-Show auf RTL gibt - und allen anderen geht dieser lebendige Beweis, dass man sich über Humor doch streiten kann, eh auf den Nerv.

Aber mit ein bißchen Toleranz werden selbst nicht eingefleischte Wigaldianer Peter F. Bringmanns ,,Die drei Mädels von der Tankstelle'' heil an Geist, Seele und leicht kopfschüttelnd überstehen können. Denn ein paar Gags sind tatsächlich gut und der ganze übrige Rest erinnert durchaus witzig, weil leicht ironisch gebrochen an den deutschen Schlagerfilm längst vergangener Jahrzehnte.

Erzählt, wenn man das so nennen darf, wird also von Wigald und seinem Pudel Schopenhauer. Seit frühster Kindheit haben beide Schwierigkeiten mit der Damenwelt. Er bekommt bei näherem Kontakt Pickel im Gesicht, der Hund dagegen heult beim Wort Frau sofort entsetzt auf. Als Wigalds Mutter stirbt, weil sie zur Beruhigung statt des gewohnten Tausendmarkscheins nur eine Zehnmarknote schluckt und daran logischerweise erstickt, hat er zwar mächtig geerbt. Bloß das Ganze hat einen Haken. Er muß, sonst geht er leer aus, in vier Wochen eine heruntergekommene Tankstelle auf Vordermann bringen, doch die ist just an drei Mädels verpachtet worden.

Nach diesem intellektuell überaus brisanten Vorspiel beginnt ein quietschbunter und -fideler Reigen aus blödsinnigsten Einfällen, doofsten Szenen und albernsten Dialogen - halt ein typisches Solo für Wigald Boning, der in seinem ersten Film keinem anderen Schauspieler, noch nicht einmal dem Trio Franka Potente, Carol Campbell, Anya Hoffmann, auch nur den Hauch einer Chance gönnt. Und wer den kurzen Kerl mag, historische Tapetenmuster schätzt und den alten Rühmann-Streifen sofort vergißt, der hat bei alledem garantiert seinen Spaß.

Dirk Jasper FilmLexikon
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