Ernst Corinth über Sieben Monde

Wenn sich auf der Kinoleinwand junge Männer Schlag Mitternacht plötzlich in wölfische Bestien verwandeln und sich danach mörderisch im Vollmond durch die Straßen beißen, dann sitzt man fast immer in einem amerikanischen Film. Um so bemerkenswerter ist daher Peter Fratzschers Versuch mit ,,Sieben Monde'' einen deutschen und zudem bewußt kommerziell gehaltenen Horrorfilm in Szene zu setzen. Und das auch noch mit Schauspielern, die eher zum Personal des typischen Kino-Komödienstadls gehören.

Gebissen wird in diesem Fall in München. Und im Mittelpunkt des arg blutigen Geschehens steht der verhinderte Schriftsteller Thomas Krömer (Jan Josef Liefers), der aus recht diffizilen Gründen den Verdacht hat, dass er der mörderische Werwolf sein könnte. Obwohl es natürlich noch andere zwielichtige Figuren gibt, beispielsweise den seltsamen Verlagslektor (Ulrich Mühe), der einen Ladenhüter über Mythen und Märchen geschrieben hat und hinter Krömers hübscher Freundin (Marie Bäumer) her ist. Doch selbst das Ermittlungsteam (Peter Lohmeyer, Christoph Waltz) um Polizeichef Lasinger (Burkhard Driest) verdächtigt schließlich den jungen Mann ...

Zwar ist ,,Sieben Monde'' kein großer Film, aber er besitzt trotz der recht kruden Handlung und der zuweilen ausufernden Selbstreflexionen des Helden genug Spannung und muß sich vor vergleichbaren US-Produktionen nicht verstecken. Ob sich das Publikum jedoch nach den Komödienflops der letzten Monate überhaupt noch in eine deutsche Produktion wagt, bleibt abzuwarten. Doch bissig ist dieser Film ja allemal.

Dirk Jasper FilmLexikon
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