Gerhard Heeke über Die Kammer

Die Kammer ist die Gaskammer in einem staatlichen Gefängnis in den Südstaaten der USA. In dieser Kammer soll Sam Cayhall (Gene Hackman) hingerichtet werden. Auf die Vollstreckung des Urteils wartet der Mann nun schon seit fast dreißig Jahren. Nur ein junger Anwalt interessiert sich noch für diesen Fall. Denn der mittlerweile alte Mann ist sein, ihm lange Jahre unbekannt gebliebener, Großvater. Da Sam die Tat, ein Bombenanschlag, bei dem zwei Kinder ums Leben kamen, zugibt, kann es »nur« noch um einen Aufschub oder eine Umwandlung in eine Haftstrafe gehen. So fängt Adam (Chris O'Donnell), sehr zur Irritierung seiner Tante und des Klu-Klux-Klan, in der Vergangenheit zu wühlen. Denn Adam deckt nicht nur eine tragische Familiengeschichte auf, deren Angehörige schon seit Generationen dem Klan angehören. Schon bald gibt es ernste Zweifel, ob Sam wirklich diese Tat begangen hat. Die Hinweise auf einen zweiten Täter verdichten sich, als es Adam gelingt sich Einsicht in alte Klan Unterlagen zu verschaffen. Die Frage ist nun, ob es Adam mit diesem Material gelingt die Hinrichtung zu verhindern ...

Diese Verfilmung setzt sich schon rein stofflich von den anderen Grisham Romanen ab. Hier steht nicht der harte, junge Anwalt wie in »Die Firma« im Vordergrund. Sicher Adam ist die Person, die die Handlung vorantreibt und die dem Zuschauer neue Fakten zuspielt, aber er tritt neben den anderen Personen und (vorallem) der Handlung zurück. Auch wird nicht, wie in »Die Akte«, von irgendeiner obskuren Verschwörung erzählt, sondern von einem Mann, der durchaus real, in einer Welt des Hasses auf Juden, Schwarze und Liberale aufgewachsen ist. Dadurch, dass der Film die Tragödie einer Südstaaten-Familie erzählt, ist er eher dem Drama, denn dem Thriller zuzuordnen. Was aber nun nicht heißen soll, dass der Film nicht spannend ist. Ganz im Gegenteil. Aber dennoch ist bei mir nach dem Film die Frage offen geblieben: »Was wollte uns der Autor damit sagen?«.

Gene Hackman, spielt den zum Tode verurteilten Sam Cayhall, mit der von ihm gewohnten Professionalität. Er wechselt routiniert zwischen verblendeten altem Mann und einem Menschen, der weiß, dass ihm ein grausamer Tod kurz bevorsteht. Und da ist dann noch Faye Dunaway, die die Tochter von Sam spielt und die Aufgabe übernimmt, Adam die Familiengeschichte zu erzählen. Sie spielt die gebrochene Frau, die um ihre Würde und Ehre kämpft, mit großer Energie. Chris O'Donnell hingegen, hat mit der blässe seiner Figur zu kämpfen. Die Motivation seiner Figur erschließt sich nicht aus dem Stoff und so bleibt er der Anwalt/Detektiv der Puzzlestücke zusammenträgt und versucht sich nicht einschüchtern zu lassen. Diese Rolle bietet leider nicht so viele Möglichkeiten. Aber dennoch macht O'Donnel das Beste daraus.

Fazit: Bedrückendes Drama

7 von 10 Anwaltskanzleien

Dirk Jasper FilmLexikon
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