Wenn man ganz genau
hinguckt, ist Luis Llosas Film keinen Pfifferling wert: Die
Handlung ist äußerst simpel gestrickt, die Personen haben
weder Tiefgang noch Charakter, die Spezialeffekte sind als solche
schnell zu durchschauen. Und die eigentlichen Hauptdarsteller sind
Schlangen, echte und mittels Computer animierte. Allen voran
zischelt natürlich die Titelheldin: eine Anaconda, die im
realen Leben zwar nur 7,5 Meter lang wird und sich von Vögeln
oder kleinen Tieren ernährt, in diesem monströsen
Abenteuerfilm es aber locker auf 12 Meter bringt und offenbar einen
unstillbaren Heißhunger auf große Säugetiere
hat.
Einen Panther verschluckt dieses prachtvolle Tier mit Haut und Haaren, nur ein Äuglein des Opfers kugelt hinterher lustig über den Dschungelboden, und Menschen, die nichtsahnend durch den Urwald stapfen, sind eine willkommene Ergänzung auf ihrem Speiseplan. Auf diesen geraten dann auch die Mitglieder eines Filmteams, die auf der Suche nach einem ganz, ganz selten Indianerstamm mitten im Amazonasgebiet sind. Die junge Leute treffen dabei auf einen mysteriösen Schlangenfänger, der sich ihrer Expedition sofort anschließt und bald das Kommando übernehmen wird. Und dann geht's schnell zur Sache: Zuerst wird der Teamchef unter Wasser (!) von einer Killerwespe gestochen, plötzlich taucht ein mörderisches Wildschwein auf, endlich schlägt die Anaconda zu, und danach herrscht bis zum glücklichen Schluß das gute alte Zehn-kleine-Afroamerikaner-Prinzip: Da waren's nur noch Neun. Das klingt nicht nur, sondern ist tatsächlich auch schrecklich klischeehaft. Doch wenn man noch genauer hinguckt und als gnadenlos fröhlicher Zeitgenosse von solch einem Spektakel weder Kunst- noch Sinnvolles erwartet, sondern eine heimliche Vorliebe für B-Filme aus den fünfziger Jahren pflegt, dann kommt man in ,,Anaconda'' wirklich auf seine Kosten. Allein mit welcher Lust zur
Übertreibung Paul Sarone den bösen Schlangenfänger
spielt, ist sehenswert. Und sein finaler augenzwinkernder Abgang
gehört zu den Kinoszenen, die wohl für immer in
Erinnerung bleiben werden. Kurz: ein unheimlich komischer
Schlangenfraß mit waschechten Urwalddialogen: ,,Halt! Da hat
sich doch was bewegt! Sei mal still ...'' Und schon schlägt
das Monster wieder zu: Womm! Kreisch! Mampf!
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Wenn man ganz genau
hinguckt, ist Luis Llosas Film keinen Pfifferling wert: Die
Handlung ist äußerst simpel gestrickt, die Personen haben
weder Tiefgang noch Charakter, die Spezialeffekte sind als solche
schnell zu durchschauen. Und die eigentlichen Hauptdarsteller sind
Schlangen, echte und mittels Computer animierte. Allen voran
zischelt natürlich die Titelheldin: eine Anaconda, die im
realen Leben zwar nur 7,5 Meter lang wird und sich von Vögeln
oder kleinen Tieren ernährt, in diesem monströsen
Abenteuerfilm es aber locker auf 12 Meter bringt und offenbar einen
unstillbaren Heißhunger auf große Säugetiere
hat.