Sin Querer - Zeit der Flamingos

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Filmplakat
Filmplakat Titel Deutschland: Sin Querer - Zeit der Flamingos
Titel Argentinien: Sin Querer
Genre: Melodram
Farbe, Argentinien, Deutschland, Schweiz, 1997, FSK 12

Kino Deutschland: 1997-04-24
Laufzeit Kino: 94 Minuten
Kinoverleih D: Delphi

Videocover
Videocover Video Deutschland: 1998-5. KW
Laufzeit Video: 92 Minuten
Anbieter: PolyGram


Szenenfoto Patagonien: Eine weite ockerfarbene, wüstenähnliche Landschaft am Fuße der Anden. Hier, wo die Flamingos den Sommer verbringen, reist eines Tages der junge Ingenieur Mario in dem verschlafenen Nest San Lorenzo an. Er will das Land um San Lorenzo vermessen, um eine Landtrasse für einen Vergnügungsdampfer zu bauen, der zu einem nahegelegenen See transportiert werden soll.

Für die Bewohner von San Lorenzo ist Marios Ankunft das Ereignis des Jahres. Die Männer versprechen sich einen wirtschaftlichen Aufschwung für ihr kleines Dorf, bei den Frauen werden angesichts des attraktiven Besuchers romantische Gefühle wach. Mario beginnt mit der verheirateten Ladenbesitzerin Gloria ein Verhältnis. Mario, der sich anfangs von der allgemeinen Zuwendung geschmeichelt fühlt, spürt erste Feindseligkeiten, als er der Indianerin Rosa bei der Suche nach ihrem spurlos verschwundenen Vater hilft.

In Mario keimt der Verdacht, dass der Alte nicht zufällig verschwunden ist, da ihm ein Hektar Land gehört, der durch den Bau der Trasse erheblich an Wert gewinnen würde. Auch kann er das Verhalten von Gloria nicht einschätzen, deren Ehemann in das Komplott verwickelt zu sein scheint. Nichtsdestotrotz gehen die Arbeiten zügig voran, und die Dorfbewohner glauben immer mehr an ihren zukünftigen Wohlstand.

Doch dann machen ein Erdbeben und ein Mord der Hoffnung ein Ende. Die 13jährige Juanita erschießt ihren Dienstherren Amado, der sie jahrelang vergewaltigt hat und versteckt sich im Wagen von Mario, der abreisen will. Mario läßt seine Geliebte Gloria zurück, die versichert, dass sie ohne "sin querer" - ohne Liebe leben kann. Als Mario das Dorf verläßt, scheint alles so wie vorher - und auch die Flamingos machen sich wieder auf den Weg.


SzenenfotoDarsteller: Daniel Kuzniecka (Mario), Angela Molina (Gloria), Luisa Calcumil (Rosa), Norman Brisky (Maldonado), China Zorilla (Honorina), Jorge Mayor (Pfarrer Caprez), Susanna Cortinez (Hotelbesitzerin), Yesica Cardozo (Juanito), Patricio Contreras (Amado), Jose Fabio Sancinetto (Javier)

Regie: Ciro Cappellari

Stab: • Produzenten: Albert Kitzler für Trans-Film / Videal / Boje Bruck, Cine Manufacture Aleph / DRS • Drehbuch: Graciela Maglie, Ciro Cappellari, Osvaldo Bayer • Vorlage: - • Filmmusik: Gustavo Beytelmann • Kamera: Jürgen Jürgens • Spezialeffekte: - • Ausstattung: Pepe Uria • Schnitt: Tania Stöcklin • Kostüme: Pepe Uria • Make Up: Martine Felber • Ton: Ivan Marin • Toneffektschnitt: Daniel Goldstein • Stunts: - •


SzenenfotoFilmkritiken

Dirk Jasper FilmLexikon: "Sin Querer" ist ein poetischer Film, der vor der eindrucksvollen Kulisse Patagoniens eine Geschichte von Menschen aus einer fernen und scheinbar anderen Welt erzählt.

Blickpunkt Film: Für "Sin Querer - Zeit der Flamingos" konnte Filmemacher Ciro Capellari seinem internationalen Ensemble durchweg überzeugende Leistungen abgewinnen und schuf einen ruhigen Film, voller poetischer, manchmal zu bedeutungsschwangerer Bilder, der auch seine humorvollen Momente hat. Ein Alltagsdrama über das beengte Leben in der argentinischen Provinz, das im krassen Kontrast zur Weite der beeindruckenden, kargen Landschaft steht.

film-dienst 14/1997: Durch die in der Personenzeichnung allzu klischeehafte Regie und das problemüberfrachtete Drehbuch ein eher oberflächlicher als sezierender Blick auf einen moralisch verfallenden gesellschaftlichen Mikrokosmos. Nur als Beispiel südamerikanischen Filmschaffens interessant.

TV Hören und Sehen 29/1997: Poesie aus Patagonien (Südargentinien). Mit schönen Stimmungsbildern.

Cinema 06/1997: Lakonisch erzählte Geschichte von Begierden und Wünschen.


SzenenfotoBemerkungen

Regisseur Ciro Cappellari wuchs in Patagonien auf und studierte ab 1985 in Berlin an der Film- und Fernsehakademie. Seit 1990 arbeitet er als Drehbuchautor, Regisseur und Kameramann. "Sin Querer" ist sein erster Film fürs Kino. Cappellari inszenierte den Film in seinem patagonischen Heimatort Jacobacci, in dem 5.000 Menschen leben. Sein Vater, der dortige Arzt ist in "Sin Querer" in der Rolle des Dorfarztes zu sehen, und auch andere Bewohner haben Statistenrollen übernommen.

Angela Molina wirkte in über 40 Filmen mit, darunter u. a. in Buñuels "Das obskure Objekt der Begierde", Lina Wertmüllers "Camorra", Ridley Scotts "1492 - Die Eroberung des Paradieses" und in Pedro Almodóvars "Live Flesh".

Daniel Kuzniecka gehört in Argentinien zu einer auch über die Grenzen hinaus bekannten jungen Schauspieler-Generation des argentinischen Films. Hier war er 1995 in dem Publikumserfolg "Caballos Salvajes" zu sehen, der auch auf dem Filmfest in München Beachtung fand.

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