Kolya

• Inhalt • Darsteller, Regie, Stab • Filmkritiken • Oscar ® •

Filmplakat
Filmplakat Titel Deutschland: Kolya
Titel Tschechien: Kolya
Genre: Drama
Farbe, Tschechien, 1996

Kino Deutschland: 1997-07-17
Laufzeit Kino: 105 Minuten
Kinoverleih D: Buena Vista



Szenenfoto Frantisek Louka ist 55 und ein hervorragender Cellist, der allerdings wegen subversiven Verhaltens aus der Staatlichen Philharmonie gefeuert und zum Beerdigungsmusiker degradiert wurde.

Statt wie früher mit dem Orchester auf Tournee in den Westen zu reisen, fährt er jetzt mit öffentlichen Verkehrsmitteln auf den Friedhof, wo er auch Grabsteine ausbessert gegen ein paar Kronen.

Seine oft einsamen Abende verbringt er am liebsten in Gesellschaft junger verheirateter Frauen, die seinem Junggesellendasein nicht gefährlich werden können.

Doch weil er ständig unter chronischer Geldnot leidet, geht er wider besseren Wissens eines Tages auf die Bitte eines Freundes ein, dessen entfernte russische Verwandte pro forma zu heiraten, damit sie tschechische Papiere erhält.

Eine bescheidene Summe fällt dabei für Louka ab, der sich damit endlich den ersehnten gebrauchten Trabant kaufen kann. Denn plötzlich steht der fünfjährige Kolya vor seiner Tür, zurückgelassen von seiner nach Westdeutschland getürmten Mutter, Loukas Schein-Ehefrau.

Widerstrebend nimmt der Musiker den Jungen bei sich auf - und erlebt nun ein unvorhersehbares Chaos vertrackter Situationen und den Beginn einer wunderbaren Freundschaft. Analog zu den umwälzenden politischen Ereignissen im Land erfährt Louka seine eigene, persönliche Revolution ...


SzenenfotoDarsteller: Zdenek Sverak (Frantisek Louka), Andrej Chalimon (Kolya), Libuse Safrankova (Klara), Ondrej Vetchy (Herr Brosz), Stella Zazvorkova (Mutter), Ladislav Smoljak (Herr Houdek), Irena Livanova (Nadezda), Lilian Mankina (Tante Tamara), Petra Spalkova (Pasa), Nella Boudova (Frau Brozova)

Regie: Jan Sverak

Stab: • Produzenten: Eric Abraham, Jan Sverak • Drehbuch: Zdenek Sverak • Vorlage: Geschichte von Pavel Taussig • Musik: Ondrej Soukup • Kamera: Vladimir Smutny • Spezialeffekte: - • Ausstattung: Milos Kohout • Schnitt: Alois Fisarek • Kostüme: Katarina Holla • Make Up: Frantisek Prihoda • Ton: Zbynek Mikulik • Toneffektschnitt: - • Stunts: - •


SzenenfotoFilmkritiken

Dirk Jasper FilmLexikon: Die klassische Geschichte von der unkontrollierten Macht der Gefühle. Ein wunderbar geglücktes Familienunternehmen: Autor und Schauspieler Zdenek Sverak schrieb das Drehbuch und spielt Louka, sein Sohn Jan Sverak führt Regie.

TV Spielfilm 15/1997: Der Oscar für den besten ausländischen Film deutet an, dass man sich "Kolya" auf keinen Fall entgehen lassen darf. Regisseur Jan Sverak dirigierte seinen eigenen Vater Zdenek, der auch das Drehbuch schrieb, durch eine wunderbare, melancholische Geschichte, in der ein eingefleischter Single durch einen kleinen Jungen etwa über sich und das Leben lernt. Ein muß!

film-dienst 14/1997: Ein behutsam und warmherzig inszenierter Film, dessen kleine Geschichte die große Weltgeschichte spiegelt. Mit sanfter Ironie und feinsinnigen dramaturgischen Mitteln spricht er sich für die Überwindung von (Sprach-) Barrieren und für (Völker-) Verständigung aus und vermittelt eindringlich, wie lebensnotwendig Gespräch und Kommunikation sind. (Kinotip der katholischen Filmkritik)

TV Today 15/1997: Kleiner Junge erweicht das Herz eines alten Brummbären - diese gefährlich nah am Wasser gebaute Story ohne Rührseligkeit und dennoch gefühlvoll zu inszenieren, gelang Regisseur Jan Sverak souverän und sensibel. Und wie nebenbei fängt er die faszinierende Atmosphäre eines Landes kurz vor dem Umsturz ein.


Oscar ®Oscar ®

Oscar für 1996 für "Kolya" (Bester Auslandsfilm).

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