Auf diesen Film hat Deutschland gewartet. Nach all den flachen
Beziehungskomödien, die seit Jahren die Kinozuschauer zum
Lachen zwingen, wirft Autorenfilmer Tom Gerhardts ,,Ballermann 6''
endlich mal wieder eine Frage auf, die nicht nur zutiefst
philosophisch ist, sondern auch recht gut zur drohenden
Jahrtausendwende samt der dazugehörigen Endzeitstimmung
paßt: ,,Warum'', fragt der Film sich und den Zuschauer also,
,,muß man für Freibier immer so viel
bezahlen?''
Ein Problem, das jeder, nun, fast jeder kennt und das hier völlig tabulos und gleichsam bis in den nacktesten Intimbereich hinein angegangen wird. So zählen zu den dramaturgischen Höhepunkten dieses heiter verpackten, gleichwohl stets doppelbödigen Filmepos unter anderem: Das minutenlange und schonungslos in Zeitlupe gedrehte Erbrechen an Bord eines gut besetzten Flugzeugs, das Urinieren in Töpfen voller Sauerkraut und das Herumstochern mit Hand und Kopf (!) in einer vorab benutzten Kloschüssel. Bilder und Szenen, die bewußt schockieren sollen, aber seltsamerweise beim Publikum zu Lachkrämpfen führen. Auch die süße Katze, die zwischendurch mal kurz platt gefahren wird, ruft ähnliche Reaktionen hervor. Erstaunlich ist ebenfalls, dass es den Regisseuren Tom Gerhardt und Gernot Roll gelungen ist, aus einer eigentlich nicht vorhandenen Geschichte einen knapp 90minütigen Film zu drehen. So besticht allein die Grundidee
bereits durch ihren gewagten Minimalismus: Zwei Kölner
Knallköppe (Tom Gerhardt, Hilmi Sözer), fahren nach
Mallorca, um dort, wie es heißt, ,,Eimer zu saufen''. Dabei
geht einiges zu Bruch, manches schief, aber da die beiden mental eh
nichts merken und daher alles ,,geil'' finden, schwimmen sie am
Ende im ,,größten Eimer der Welt''. Ein überraschend
optimistischer Schluß, mit dem die abgrundtief pessimistische
Botschaft ,,Freibier gibt's nicht für umsonst'' kühn
konterkariert wird. Und ein Film, der beim Zuschauer nachhaltige
Wirkung hinterläßt: O Mann ist mir schlecht. Wo ist der
Eimer?
|

Auf diesen Film hat Deutschland gewartet. Nach all den flachen
Beziehungskomödien, die seit Jahren die Kinozuschauer zum
Lachen zwingen, wirft Autorenfilmer Tom Gerhardts ,,Ballermann 6''
endlich mal wieder eine Frage auf, die nicht nur zutiefst
philosophisch ist, sondern auch recht gut zur drohenden
Jahrtausendwende samt der dazugehörigen Endzeitstimmung
paßt: ,,Warum'', fragt der Film sich und den Zuschauer also,
,,muß man für Freibier immer so viel
bezahlen?''