Produktionsnotizen zu Im Körper des Feindes - Face/Off
Über die Produktion In seinem neuesten Actionfilm gelingt dem weltweit von der Kritik gefeierten Regisseur John Woo das Kunststück, mit John Travolta und Nicolas Cage zwei Ikonen des gegenwärtigen amerikanischen Kinos vor der Kamera zu vereinen. Bei ihrem ersten gemeinsamen Filmauftritt sind diese unvergleichlichen Schauspieler als erbitterte Todfeinde zu erleben, die in dem Schnellfeuer-Actioner Im Körper des Feindes einen elementaren und apokalyptischen Kampf zwischen Gut und Böse ausfechten.

Der hinreißende und charismatische John Travolta spielt in Im Körper des Feindes den FBI-Spezialisten Sean Archer, der als Chef einer Anti-Terroristen-Einheit bereits seit acht Jahren dem kriminellen Superhirn Castor Troy auf der Spur ist. Troy ist nicht nur für zahllose terroristische Bombenanschläge und kaltblütige Morde verantwortlich, sondern auch für den Tod von Archers fünfjährigem Sohn Michael. Von seinen übermächtigen Rachegefühlen vorangetrieben, setzt Archer, den John Travolta als "gebrochenen Mann" beschreibt, seine gesamte Existenz aufs Spiel, um Troy endlich das Handwerk zu legen.

Der unersättliche und brutale Soziopath Troy wird von Nicolas Cage gespielt, den man in seinen beiden letzten Rollen in The Rock - Fels der Entscheidung und Con Air jeweils in über-lebensgroßen Heldenrollen sehen konnte. In wirft er sein unglaubliches Talent in die Waagschale, um einen Verbrecher zu spielen, der ebenso das Böse verkörpert wie Archer das Gute.

"Sie sind wie Yin und Yang", lacht Nicolas Cage. "Archer hat die Kontrolle über sein Leben und alle Lebendigkeit verloren. Castors Lust auf Leben ist andererseits immer größer geworden - wobei es ihm in erster Linie um Sex, Geld, Gold und Morden geht."

Archer glaubt, sein Alptraum sei vorüber, als er Castor endlich faßt und ins Koma befördert. Ihm ist nicht klar, dass der Wahnsinn damit erst so richtig beginnt. Denn Castor hat sein Erbe in Form einer nuklearen Bombe hinterlassen, die ganz Los Angeles mit einem Schlag auslöschen könnte. Für Archer gibt es nur einen Weg herauszufinden, wo sich die Bombe befindet, und damit dieses Kapitel seines Lebens endgültig zu beenden: Er will sich in ein Hochsicherheitsgefängnis einschleusen lassen und Castors paranoid-schizophrenen Bruder Pollux befragen. Um das zu bewerkstelligen, muß Archer eine andere Identität annehmen - die von Castor Troy.

Mit Hilfe fortgeschrittener medizinischer Technologie werden Sean und Castor die Gesichter entfernt. Archers Gesicht wird konserviert, während er Troys Züge verpflanzt bekommt. Als er seinen Plan im Gefängnis in die Tat umzusetzen versucht, erwacht der Bösewicht allerdings aus dem Koma - ohne Gesicht. Er zwingt die Labormitarbeiter, ihm das einzige Gesicht zu verpassen, das gegenwärtig vorrätig ist: Er nimmt die Identität seines Erzfeindes an. Das ist der Startschuß für ein furioses Katz-und-Maus-Spiel, wie es in der Geschichte des Films absolut einzigartig ist.

Die Tradition von Hollywood verlangt, dass ein Schauspieler zwei Zwillinge spielen muß, wenn er Gut und Böse spielen will. Bei Im Körper des Feindes ist das nicht der Fall. Das Drehbuch verlangte nach zwei Schauspielern - zwei großartigen Schauspielern - , die nicht einfach nur einen guten und einen bösen Typen spielen, sondern auch noch Plätze tauschen und die Darstellung des jeweils anderen kopieren sollten. John Woo erklärt: "Tief in uns lodert ständig der Kampf zwischen Gut und Böse.

Der Kampf zwischen den beiden Hauptfiguren in Im Körper des Feindes steht also symbolisch für die gesamte Menschheit." In seinen bekanntesten Filmen erzählt John Woo immer wieder eine Geschichte, in der Held und Bösewicht durch ein untrennbares Band verbunden sind. Auch Im Körper des Feindes baut auf diesem Motiv auf, geht aber noch einen entscheidenden Schritt weiter, indem die Rollen der beiden Gegenspieler buchstäblich vertauscht werden: Beide finden sich in der Welt des Feindes wieder, einer Welt, die für beide jeweils ein absoluter Horror ist.

Indem sie gezwungen sind, sich im genauen Gegensatz zu ihrer Natur zu verhalten und gegensätzliche Werte zu vertreten, beginnen die Grenzen zwischen den beiden grundverschiedenen Männern mehr und mehr zu verschwimmen. "Es ist eine mutige und einzigartige Art und Weise, eine Geschichte zu erzählen", meint der ausführende Produzent Steven Reuther. "Trotz ihres gewalttätigen Aufeinandertreffens existiert eine Symmetrie zwischen den beiden Figuren", fügt Produzent Terence Chang hinzu, der seit 18 Jahren mit John Woo zusammenarbeitet. " Im Körper des Feindes ist das perfekte Vehikel für John Travolta, weil es die Geschichte zweier Männer ist, die Gut und Böse verkörpern. Das Ergebnis ist nicht einfach nur ein Actionfilm, sondern eine kraftvolle, emotionale Geschichte voller Moral und Wertvorstellungen. In einem Film von John Woo gibt es nie Action nur um der Action Willen." John Travolta und Nicolas Cage beschreiten in Im Körper des Feindes schauspielerisches Neuland, weil sie in Teamarbeit zwei komplexe und unverwechselbare Charaktere erarbeiten mußten. "Das war vermutlich das erste Mal, das zwei Schauspieler gemeinsam herausfinden mußten, was eine Figur macht", erklärt John Travolta. Nicolas Cage fährt fort: "Indem wir die Identitäten austauschten, erhielten John Travolta und ich die Möglichkeit, die Essenz und den Rhythmus des anderen festzuhalten. Es war so etwas wie eine kollektive Schauspielerfahrung."

"Uns wurde schon sehr früh bewußt, dass der Herstellungsprozeß des Films unglaublich sein würde, weil beide Figuren ihre Idiosynkrasien haben würden. Wenn die Schauspieler in die Haut des anderen schlüpften, würden sie die Eigenheiten des anderen übernehmen müssen", bemerkt der ausführende Produzent Jonathan D. Krane. Und Terence Chang sagt: " John Travolta und Nicolas Cage sind perfekt, weil sie über ungeheuer viel Charisma verfügen und man ihnen sowohl die Rolle des Guten als auch des Bösen abnimmt. Sie verstehen es, einander mit unvergleichlicher Präzision zu imitieren und das Publikum auf diese Weise stets zu überraschen."

Joan Allen sagt über ihre Costars: "Es ist faszinierend mitzubeobachten, wie John Travolta und Nic zwischen Sean Archer und Castor Troy hin- und herpendeln. Ihre Fähigkeit, Körperhaltung, Gestik, Sprachrhythmus und -gewohnheiten des anderen zu kopieren, ist unglaublich." Joan Allen spielt Sean Archers Ehefrau Dr. Eve Archer, die Person, die von dem Identitätstausch zwischen Sean und Castor am meisten direkt betroffen ist. Die langwierige und obsessive Jagd ihres Mannes auf seinen Erzfeind Troy und der damit verbundene Tod ihres Sohnes vor sechs Jahren hat deutliche Spuren bei ihr hinterlassen und die Ehe an den Rand des Kollaps getrieben. Eines Tages kehrt Sean allerdings als veränderter Mann nach Hause: Er ist mit einem Mal aufmerksam, leidenschaftlich und zeigt den Willen, noch einmal von vorn anzufangen. Eve kann nicht ahnen, dass sich bei ihrem Mann nicht nur das Verhalten geändert hat. Mit einem Mal ist sie die Hauptfigur in einem verzwickten und trügerischen Spiel.

Joan Allen spielt zum ersten Mal eine Rolle in einem Actionfilm: "Ich erhielt die Chance, Dinge zu tun, die ich noch niemals vorher getan habe. Man ließ mich Stühle über den Köpfen anderer Menschen zerschagen, kreischen, man hielt Pistolen an meinen Kopf. Ich kann Ihnen sagen: So viel Spaß hatte ich im ganzen Leben noch nicht." Allens Filmfigur Dr. Eve Archer ist von ungeheurer Wichtigkeit für den Verlauf der Geschichte. Nicolas Cage führt aus: "Sie ist der Anker in der Story, der Dreh- und Angelpunkt, deren unglaublich präzise Reaktionen die Situation trotz ihrer abgefahrenen Umstände für jeden absolut glaubwürdig machen." John Travolta sagt über Joan Allen: "Als Schauspielerin bringt sie Tiefgang und Gewicht in ihre Rolle mit ein. Sie balanciert Nicolas Cage und mich sehr genau aus und verankert den Film in der Realität."

Mike Werb und Michael Colleary schrieben die erste Fassung des Drehbuchs zu Im Körper des Feindes bereits 1990 und beschreiben die Geschichte als "psychologischen Thriller, der sich als Actionfilm verkleidet hat". Weder Werb noch Colleary hatten zu diesem Zeitpunkt schon einmal einen Film von John Woo gesehen, vielmehr nennen sie Filme wie Raoul Walshs brillianten Noir-Krimi WHITE HEAT ("Sprung in den Tod") und John Frankenheimers Identitäts-Thriller SECONDS ("Der Mann, der zweimal lebte") als Haupteinflüsse für ihre Story.

Colleary beteuert: "Als ich John Woos THE KILLER ("Blast Killer") zum ersten Mal sah, war ich wie vom Donner gerührt. Die Menschen bewegten sich in dem Film wie reale Zeichentrickfiguren. In meinem Leben habe ich noch nichts gesehen, was filmischer ist, die Regie ist kinetisch und brillant. Ohne John Woo oder seine Arbeit damals zu kennen, erkannte ich, dass wir einen John-Woo-Film geschrieben hatten." dass Woo schließlich tatsächlich die Regie übernehmen sollte, war für Colleary "der Kulminationspunkt all meiner Hoffnungen und Ambitionen." Laut Drehbuch sollten die beiden Hauptfiguren ungefähr gleich groß sein, aber über einen unterschiedlichen Körperbau verfügen. John Travolta und Nicolas Cage entsprachen dieser Vorgabe perfekt. Wichtiger war jedoch, so Drehbuchautor Werb, "dass beide Schauspieler unglaublich talentiert sein mußten, um den Film überhaupt funktionieren zu lassen. Ein besseres Hauptdarstellerpaar hätten wir uns nicht erträumen können. Für uns war es faszinierend mitanzusehen, wie diese beiden phänomenalen Schauspieler ihre Figuren mit Leben erfüllten und besser darstellten, als es sich irgend jemand vorstellen konnte." John Travolta faßt zusammen: "Das Publikum darf sich auf all das freuen, was ein großer Actionfilm bieten kann. Dazu gibt es originelle Figuren und ein tolles Ensemble. Der Film ist eine außergewöhnliche Mischung aus Action, Drama, Humor und poetischem Filmemachen, wie es nur ein John Woo vollbringen kann. Das bedeutet jede Menge Spaß."

"Mach ihn größer, mach ihn schneller, mach ihn besser", sagt Produzent Barrie Osborne. "Das war unser Credo bei diesem Film." Eine spektakuläre Hochgeschwindigkeitsjagd per Boot, ein beeindruckender Flugzeugabsturz, Helikopterstunts, zahllose Explosionen und fesselnde Schießereien standen auf dem Drehplan von Im Körper des Feindes und machten klar, dass ein gewaltiges Team von Filmemachern und Technikern bereits Monate vor der ersten Klappe rund um die Uhr arbeiten mußten, damit John Woo beim Dreh seine Vision hundertprozentig verwirklichen konnte. Der ausführende Produzent erklärt: "John Woo dreht seine Sequenzen auf eine sehr stilisierte Art und Weise, also müssen der Drehort, die Designs und die Effekte sehr sorgfältig vorbereitet werden, um den Anforderungen des Regisseurs zu entsprechen."

Im Körper des Feindes wurde in erster Linie an Originalschau-plätzen gedreht, obwohl einige Sze-nen in den Hallen von Para-mount vor die Kamera kamen. Der Produktionsdesigner Neil Spisak hatte die Aufsicht über ein Team von Zeichnern, Setdesignern, Modellbauern und Handwer-kern, die die Drehorte in jene völlig eigene Welt umwandeln sollten, in der Archer und Castor ihr Duell ausfechten. "Die zwei Figuren befinden sich in einer Situation, in der sie die Welt des an-deren infiltrieren, ohne dass der jeweils andere davon weiß. Der Look des Films soll dazu beitragen, dass die Grundidee glaubwürdig ist. Archers Zuhause und Büro sollen sein solides Leben widerspiegeln. Wenn Castor Einzug in die intimsten Ecken von Archers Leben hält, muß der Zuschauer den beängstigenden Eingriff fühlen können."

Im krassen Gegensatz dazu steht die Unter-welt und Gefängnisumgebung, in der Archer gefangen wird. Diese Designs mußten einengend und aggressiv wirken, um Archers Entfremdung spürbar zu machen. Spisak bemerkt: "Die Idee ist es, zu zeigen, dass beide Welten sehr real sind." Eine weitere Herausforderung bestand darin, dass die Drehorte "der Action förderlich sein sollten. Wir wollten John Woo so viel Raum wie möglich zum Bewegen und Inszenieren seiner fulminanten Sequenzen geben."

Eine aufregende und über die Maßen spannende Schießerei wurde in einem Loft im neunten und zehnten Stockwerk eines leerstehenden Hauses im Zentrum von Los Angeles in Szene gesetzt. Spisak und der fünffach für einen Oscar nominierte Setdekorateur Garrett Lewis statteten die Wohnung mit riesigen Fensterfronten aus und schufen so eine üppige und dramatische Kulisse für die sensationelle Action des John Woo. "Das Loft ist schon etwas ganz Besonderes", schwärmt Reuther. "Es verkörpert den ungewöhnlichen Glamour und die Anziehungskraft der Unterwelt, in der sich Castor aufhält, und zeigt die dunkle Seite seines Charakters - und all das in einem Raum, der groß genug ist für John Woo, um eine spektakuläre Schießerei abzuziehen." Das Loft, Wände und Mobiliar inklusive, wurde von den Spezialeffektspezia-listen Lawrence Cavanaugh und Bruce Steinheimer mit insgesamt 5000 Einschuß-Effekten ausgestattet. Die beiden waren begeistert von der Vorstellung, mit einem Regisseur zu arbeiten, der, so Steinheimer, "weiß, was er kriegen kann - seine Vorstellungskraft ist enorm."

Die Sequenz wurde bei Nacht gedreht. Kameramann Oliver Wood beleuchtete die Szenerie mit äußerster Vorsicht, um sowohl die Pracht der Kulisse als auch die Action zu betonen. Hier kam Woos begnadeter Umgang mit mehreren Kameras zum Tragen, der den rasanten Bewegungsfluß der Szene erst so richtig zur Geltung bringt. Barrie Osborne sagt: "Es macht Spaß, John Woo zuzusehen, wie er eine Szene ausarbeitet, Storyboards entwirft, Schnitte vorausahnt und mehrfache Kameras einsetzt, um diese mitreißenden Momente festzuhalten. Er ist ein Meister der Action."

Seit 20 Jahren arbeitet Brian Smrz als Stuntman. Bei Im Körper des Feindes hatte er die Aufsicht über ein Team von mehr als 50 furchtlosen Stuntmen. Smrz sah sich pausenlos vor neue Herausforderungen gestellt, wenn Woo seine Leute immer wieder durch pyrotechnische Effekte schickte oder Boote bei Tempo 100 springen und explodieren ließ. Dennoch ist Smrz voll des Lobes für den Regisseur: "John Woo weiß, was er will. Er versteht Action, weiß, wie man sie filmen und wo man die Schauspieler plazieren muß. Das macht unseren Job sehr viel einfacher." In einem zentralen Moment der Geschichte sollte Nicolas Cage auf der Spitze eines Bohrturms drei Meilen von der Küste von Carpenteria entfernt mitten im Pazifik balancieren. Nicolas Cage, der unter Höhenangst leidet, beschreibt diese Erfahrung: "Ich stand da in 70 Meter Höhe auf dieser winzigen Plattform. Das war wirklich eines der schrecklichsten Erlebnisse meines Lebens." Natür-lich hatte Smrz den Schauspieler zuvor abgesichert, so dass Nicolas Cage sich in keinerlei Gefahr befand und der Stunt problemlos abgewickelt werden konnte.

Der Waffenexperte Rock Galotti arbeitete sehr eng mit den Schauspielern und Stuntmen zusammen, um ihnen den Umgang mit den diversen Waffen näherzubringen. Galotti stand John Woo bei all seinen amerikanischen Produktionen zur Seite und weiß daher genau, was der Regisseur will: "Er braucht in seinen Filmen viele Feuerwaffen. Ihm gefällt es, wenn sie laut sind und das Mündungsfeuer riesig ist. Die einzige Pistole, die er spezifiziert, ist stets eine Beretta." Galotti konnte jahrelang beim Militär und bei der Polizei Erfahrung sammeln. Sein Wissen über Waffen ist unvergleichlich. Er wählte die passende Waffe für die jeweilige Figur mit einem Höchstmaß an Präzision aus. Alle FBI-Agenten und das SWAT-Team erhielten MP-5-Maschinenpistolen und vollautomatische Repetiergewehre vom Typ MP-5A2. Galotti meint: "Die FBI-Waffen, die im Film zum Einsatz kommen, werden in der Realität von militärischen Elitetruppen benutzt. Für die bösen Jungs habe ich ein paar besondere Modelle gefunden, wie sie für gewöhnlich auf dem Schwarzmarkt angeboten werden." Nicolas Cage darf sich als Oberbösewicht mit der aufsehenerregendsten Knarre schmücken: eine mit 24-karätigem Gold überzogene Kaliber 45 mit handgearbeitetem Drachengriff.

Der Southern-California-International-Aviation-Flughafen, vormals bekannt als George Airforce Base, gab den Schauspielern und dem Regisseur ausreichend Raum, um die todesverachtende Jagd auf ein Jet-Star-Flugzeug durchzuspielen. Eine drei Kilometer lange Landebahn stand dem Team zur freien Verfügung. Osborne sagt: "Johns Bedürfnis, die Szenen lieber real zu drehen, anstatt Miniaturen und visuelle Effekte zu benutzen, zahlt sich aus. Wir stellten den Flugzeug-Crash in tatsächlicher Größe mit einem echten Flugzeug dar und montierten für die Innenaufnahmen ein weiteres Flugzeug auf einem Lastwagen, anstatt mit einem Green Screen zu arbeiten. So erhielten wir Aufnahmen, die absolut realistisch aussehen." Das wahnwitzige Duell zwischen Archer und Castor geht weiter auf dem Wasser - mit einer in dieser Form noch nie gesehenen Bootsjagd durch den Hafen von Los Angeles in San Pedro. Der Dreh in einem der verkehrsreichsten Häfen der Welt war ein logistischer Alptraum, zumal umfangreiche Spezialeffekte und Stunts auf dem Drehplan standen. Dem Location Manager Janice Polley und dem 2nd Unit Locations Manager Josh Silverman gelang es trotz aller Schwierigkeiten, eine funktionierende Kommunikation zwischen der Produktion und den Verantwortlichen der Küstenwache, der Hafenpolizei, den Schleppkahnfirmen und Kapitänen herzustellen.

"Den Schiffsverkehr in und um diese Gegend mit all den großen Schiffen, Schleppkähnen und Barkassen kann man nicht so mir nichts, dir nichts aufhalten", meint Polley. "Ein einlaufender Tanker braucht selbst bei den niedrigen Geschwindigkeiten in der Hafengegend fast einen Kilometer, um effektiv anhalten zu können. Also mußten wir penibel darauf acht geben, dass wir die Sicherheit mit unserer kleinen Flotte nicht gefährdeten. Auf dem Wasser muß alles noch besser geplant sein als auf Land."

Das Kraftwerk von Eagle Rock mit seinen acht Meter hohen Decken und Betonwänden bildete die ideale Kulisse für das deprimierende Gefäng-nis, in dem Sean Archer eingesperrt ist. Die Kostümbildnerin Ellen Mirojnick entwarf schwerfällige Frankenstein-Stiefel für die Insassen, die den Eindruck wecken sollten, als seien sie mit dem Boden verhaftet und von den Wärtern magnetisch gesteuert. Mirojnick und Ausstatter Neil Spisak benutzten dafür als Prototyp Tauchstiefel, die sie mit Stahlkappen ausstatteten. Insgesamt stellten sie 180 Paar dieser Stiefel her, die jeweils sechs Kilo wogen. Mirojnick meinte, sie sähen aus, "als ob sie in der Metallmanufaktur des Gefängnisses hergestellt worden seien. Damit wollten wir die Idee weiterführen, die Insassen würden sich ihr eigenes Gefängnis schaffen." Trotz all der brillanten Action, der atemberaubenden Designs und der vorbildlichen Spezialeffekte glaubt Osborne, dass der Film den Schauspielern gehört: "Ihre Darstellung drückt dem Film den Stempel auf. Ihnen allein ist die Illusion zu verdanken, dass man glaubt, hier hätten zwei Menschen die Identitäten vertauscht." Und Steven Reuther fährt fort: "In dieser unglaublich gewalttätigen Welt sucht John Woo immer nach Seele und Herz. Das unterscheidet seine Filme von denen seiner Kollegen. Seine Actionsequenzen sind immer erfüllt von einer unglaublichen Emotionalität und einer emotionalen Absicht. Da müssen sich andere schon warm anziehen. Im Körper des Feindes ist ein wirklich außergewöhnlicher, einzigartiger Film."

Dirk Jasper FilmLexikon
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