Gerhard Heeke über Ein Vater zuviel

»Ein Vater zuviel« lautet der untreffende Verleihtitel der ersten Gemeinschaftsproduktion von Billy Crystal und Robin Williams. Während der amerikanische Titel »Fathers' Day« zumindest noch in etwa die Story trifft, liegt der deutsche Verleih völlig daneben, denn eigentlich sind es zwei Väter zuviel.

Der eine, der erfolglose Autor David Putley, gespielt von Robin Williams, ist ein unsicheres Nervenbündel, welches immer am Rand zum Selbstmord wandelt. Der andere, Jack Lawrence, gespielt von Billy Crystal, ist das genaue Gegenteil. Er ist ein sehr selbstsicherer, selbstbewußt auftretender, erfolgreicher Anwalt. Beiden gemeinsam ist eine Freundin (Natassja Kinski) aus ihrer Jugend names Collette. Nun nach siebzehn Jahren taucht sie bei beiden auf und behauptet dass sie jeweils der Vater ihres Sohnes seien. Leider hat sich der Sohn gerade wegen einer Freundin dünne gemacht. Collette bittet die beiden, ihren Sohn zu suchen. Während der Suche treffen die beiden ungleichen »Väter« aufeinander und machen sich gemeinsam auf die Suche. Das ist auch gut so, denn ihr Sohn hat sich mit Drogendealern eingelassen.

Robin Williams dreht nicht so extrem auf, wie er es könnte. Aber er ist dennoch sehr sehr zappelig. Hinzukommt, dass er nichts neues an Comedy bietet. Er arbeitet weiter an seinen typischen und altbekannten Klischees. Anscheinend hat Mr. Williams seinen Zenit bereits überschritten. Billy Crystal bringt den Witz dagegen sehr trocken rüber. Mit minimaler Aktion erzielt er beim Publikum maximale Wirkung. Das hat mir sehr gut gefallen.

Die Story kommt leider nicht über ein »ganz nett« hinweg. Sie plätschert so vorsich hin, ist aber immernoch für einen Familien-Kino-Nachmittag (mit älteren Kindern) geeignet.

Fazit: Nette Familienunterhaltung

6 von 10 Vaterschaften

Dirk Jasper FilmLexikon
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