Engelchen

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Filmplakat
Filmplakat Titel Deutschland: Engelchen
Genre: Melodram
Farbe, Deutschland, 1997

Kino Deutschland: 1997-10-02
Laufzeit Kino: 90 Minuten
Kinoverleih D: Arsenal Film



Szenenfoto Polizeirazzia auf einem Berliner Bahnhof: Andrzej, einer der polnischen Zigarettenverkäufer, schnappt sich Ramona, nimmt sie in die Arme und spielt mit ihr ein in sich versunkenes Liebespaar. Fast willenlos läßt Ramona alles mit sich geschehen, - eine so zärtliche Umarmung, einen solchen Kuß hat sie noch nie erlebt. Sie selbst hält sich für unattraktiv und liebesunfähig, aber Andrzejs Kuß hat in ihr etwas geweckt, was sie noch nie vorher erfahren hatte.

Sie treffen sich wieder, sie lädt ihn zu sich ein. Zum erstenmal erlebt Ramona, dass sich jemand für sie interessiert; sie blüht auf, als sich Andrzejs Interesse in Teilnahme, in Zärtlichkeit wandelt. Obwohl ihr klar sein müßte, dass Andrzej ein Zugvogel ist, lebt sie ganz und gar ihre Liebe aus, erst recht, als sie von Andrzej schwanger wird.

Die gemeinsame Vorfreude auf das Kind erhält einen schweren Schlag, als Andrzej ihr erklären muß, dass er in Polen schon verheiratet sei. Als ihre jüngere Schwester Lucie am gemeinsamen Arbeitsplatz wegen Diebstahls verhaftet wird, kann sie diesen zweiten Schock nicht mehr verkraften und verliert ihr Kind. Vor Andrzej verheimlicht Ramona die Fehlgeburt, denn er ist fest entschlossen, mit Ramona und dem Töchterchen eine neue Familie zu gründen.

Einmal aber wird Ramonas Fiktion, das Kind sei noch im Krankenhaus, nicht mehr zu halten sein. Raffiniert und ungewöhnlich kaltblütig stiehlt sie ein fremdes Kind. Aber das innige Glück der jungen Familie ist nicht von Dauer und bricht zusammen, als Ramona verhaftet wird.


SzenenfotoDarsteller: Susanne Lothar (Ramona Schneider / Engelchen), Cezary Pazura (Andrzej), Kathrin Angerer (Lucie), Ben Becker (Lucies Freund), Sophie Rois (Mutter des Kindes), Herbert Fritsch (Papa Klaus), Luise Wolfram (Kind), Heide Kipp (Großmutter), Heidemarie Schneider (Ärztin), Christian Grashof (Fotograf), Helga Paris (Fotografenfrau), Ulrich Mühe (Kommissar)

Regie: Helke Misselwitz

Stab: • Produzenten: Thomas Wilkening • Drehbuch: Helke Misselwitz • Vorlage: - • Filmmusik: - • Kamera: Thomas Plenert • Spezialeffekte: - • Ausstattung: Lothar Holler • Schnitt: Gudrun Steinbrück • Kostüme: Anne Plaumann • Make Up: Grit Kosse • Ton: Rainer Haase • Toneffektschnitt: - • Stunts: - •


SzenenfotoFilmkritiken

Dirk Jasper FilmLexikon: Eine Geschichte von Fremdheit und Verlorenheit, von den seltenen Momenten der Zärtlichkeit, vom kurzen Glück einer ungewöhnlichen Liebe. Susanne Lothar spielt das Engelchen mit ungeheurer Intensität und Überzeugung.

TV Movie 20/1997: Helke Misselwitz hat die ungewöhnliche Liebesgeschichte behutsam inszeniert. dass ihre Charaktere einige Klischees aufweisen, läßt das zutiefst beeindruckende Spiel von Susanne Lothar ("Funny Games", 1997) schnell vergessen. Denn mit ihrer Ausdrucksstärke zieht sie den Zuschauer in ihren Bann. Und mehr kann gutes Kino nicht erreichen.

film-dienst 20/1997: Eine eindringliche Studie über Einsamkeit und psychische Verkümmerung, die durch die überragende Hauptdarstellerin extreme Seelenzustände sicht- und in gewissem Maße auch verstehbar macht. Obwohl der Film mitunter das Pittoreske streift, berühren die Darstellung menschlicher Not und der Versuch, wenig wahrgenommene Befindlichkeiten der Gegenwart zu beschreiben.

TV Spielfilim 20/1997: Und so beginnt eine wunderbare und ungewöhnliche "Love-Story".

TV Today 20/1997: Herbe Milieuschilderung, die beim Zuschauer eine stabile Gemütslage voraussetzt.

Cinema 10/1997: Susanne Lother brilliert als vereinsamte Arbeiterin in einer bitteren Love-Story.

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