Ernst Corinth über Die Akte Jane

Mit ,,Alien'' hat Ridley Scott einen Klassiker gedreht. Doch nun scheint der Regisseur entweder völlig durchgeknallt zu sein. Oder sein neues Machwerk ,,Die Akte Jane'' ist in Wirklichkeit sein filmisches Bewerbungsschreibung für das US-Militär, Abteilung ,,moralische Aufrüstung''. Denn was da gut zwei Stunden lang über die Kinoleinwand flimmert, ist bis weit über die Schmerzgrenze hinaus so patriotisch-militaristisch und so entfernt von jeglicher kritischer Distanz, dass einem fast schlecht wird.

Erzählt wird von der wackeren Soldatin Jane (Demi Moore), die im Golf-Krieg Pech gehabt hat. Gern wäre sie nämlich in die Schlacht gezogen, doch da Töten Männersache ist, blieb ihr dieser Spaß vorenthalten. Aber nun schlägt Janes große Stunde. Eine einflußreiche Senatorin (Anne Bancroft) möchte die Männerdomäne Militär aufknacken und dafür sorgen, dass auch Frauen in die Kampftruppen dürfen. Jane wird also ausgewählt und nimmt teil an einem extremen Training für menschliche Kampfroboter.

Während die Kommißköppe hoffen, dass die junge Frau zu den 60 Prozent gehören wird, die statisch gesehen vorzeitig aus dem Ausbildungsprogramm aussteigen, schlägt sich Jane fulminant durch. Erträgt all die Erniedrigungen, das Foltertraining und sogar die Schläge, die aus US-Bürgern richtige Soldaten machen, übersteht sogar eine gefährliche Intrige und einen Kampfeinsatz gegen ,,Untermenschen'' aus dem Reich von 1001 Nacht.

Kurzum: sie ist eine solch prachtvolle Kämpferin, dass einer ihrer Kameraden am Schluß zu ihr sagt: ,,Mit dir würde ich jeden Tag in den Krieg ziehen.'' Na, da wird sich Saddam Hussein aber freuen.

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