Im Sommer des Jahres 1947 verliebt sich der College-Professor Humbert Humbert rettungslos in die erst zwölfjährige Lolita, und dank einer unglaublichen Verkettung von Umständen gelingt es dem kultiviert-dekadenten Europäer, das Mädchen mit der Zahnspange zu seiner Geliebte zu machen.
Gemeinsam begibt sich das seltsamste allere seltsamen Paare auf eine ziellose Autoreise durch die USA, ein Land, so jung, rätselhaft, kindlich und gefährlich wie Lolita selbst.
Viel zu spät erkennt Humbert, dass sein wieder entdecktes Paradies der Vorhof zur Hölle ist und er systhematisch zerstört, was er liebt.
Filmkritiken
Filmkritik von Ernst Corinth
film-dienst 26/1997: Verfilmung des bekannten Romans von Vladimir Nabokov, der es nicht gelingt, die stilistische Originalität des Romans ins Visuelle zu übertragen. Statt die erotische Komponente glaubhaft auszuspielen, flüchtet sich der Film in populär-psychologische Metaphern und spekulativ wirkende Gewaltszenen.
TV Movie 01/1998: Am erstaunlichsten an Lolita ist das Einfühlungsvermögen, das Adrian Lyne bei der Adaption bewies. Der Regisseur, oft der Effekthascherei bezichtigt, hat sich redlich bemüht, dem komplexen Buch gerecht zu werden. Gescheitert ist er am Ende an der übertriebenen Ernsthaftigkeit, mit der er den Stoff behandelte. Stanley Kubrick tat gut daran, die Geschichte aus der Distanz zu erzählen - Adrian Lynes ästhetischer Film, der sich auf den psychologischen Aspekt konzentriert, wirkt dagegen allzu angestrengt - und somit langweilig.
TV Today 01/1998: Vladimir Nabokovs Buch ist die Tragödie eines erbärmlichen Mannes. Adrian Lynes Film ist einfach nur eine erbärmliche Tragödie.
Cinema 01/1998: Folgt "Verhängnisvolle Sodomie"?