Gerhard Heeke über Am Ende der Gewalt

"Am Ende der Gewalt" gehört zu der Kategorie von Filmen, die es dem Publikum nicht einfach macht. Zum einen muß man bereit sein, sich auf diesen leise-lauten Film einzulassen - und das kann an manchen Kinoabend schon an sich sehr schwierig sein. Zum anderen macht es der Regisseur Wim Wenders einem auch nicht einfach dahinter zu kommen, was er einem eigentlich wirklich Nahe bringen möchte. Aber ich bin schon mitten in der Filmkritik. Worum geht es denn nun in dem Film eigentlich?

Nun da ist der erfolgreiche Filmproduzent Michael Max (Bill Pullmann), dessen Ehe mit der attraktiven Paige alias Andie MacDowell gerade in die Brüche zu gehen droht. Mike wird von zwei Killern entführt. Am nächsten Morgen findet die Polizei die beiden Killer tot unter einer Brücke. Von Mike fehlt jede Spur. Detecive Doc Bloc (Loren Dean) macht sich an die Ermittlungen in diesem verzwicktem Fall. Helfen könnte ihm der Ex-NASA Wissenschaftler Ray Bering, dargestellt von Gabriel Byrne. Ray arbeitet an einem geheimen Regierungsprojekt, bei dem die gesamte Stadt mit Kameras - unter dem Motto "Big Brother is watching you" - beobachtet wird. Das Projekt soll der stetig steigenden Gewalt in Los Angeles Einhalt gebieten. Aber die Aufnahmen die er von dem Verbrachen machen sind undeutlich, außerdem wird ihm als Projektleiter, der Zugang zu allen Daten verwehrt. Wer ist der Verursacher der Gewalttat, die nach und nach immer mehr Personen in ihrem Bann zieht?

An dieser Stelle mehr von dem Film zu verraten, hieße die Spannung unnötig zu minimieren. Eines kann ich aber trotzdem verraten, im Stile Robert Altmanns finden die einzelnen Personen und Handlungsstränge nach und nach zu einander. Niemand ist eine Insel in diesem Film.

"Am Ende der Gewalt" hat eine seltsame Faszination auf mich ausgeübt. Obwohl die Geschichte sich langsam entwickelt und ich sie bis zum Schluß nicht vollkommen entwirrt habe, empfand ich sie als äußerst spannend und teilweise auch recht humorig. Die Story spart nicht mit Seitenhieben auf das Filmbusiness oder auf die Erwartungen der Zuschauer.

Zu dem insgesamt guten Eindruck haben sicherlich auch die Schauspieler beigetragen. Bis in die Nebenrollen rein, ist der Film gut besetzt worden und alle spielen wirklich sehr gut und glaubwürdig. Die Kameraarbeit von Pascal Rabaud, einem Neuling auf dem Gebiet des Spielfilms, hat mir gut gefallen Die Atmosphäre der Großstadt kommt in seinen Bildern sehr gut zum Zuschauer rüber.

Auch (oder vielleicht gerade?) wer ,wie ich übrigens auch, kein Wim Wenders Fan sollte sich auf das Risiko "Am Ende der Gewalt" einlassen. Er kann den Themen Beziehungen, Stadt und Gewalt im Kino neue Gesichtspunkte abgewinnen.

Fazit: Wer sich auf diesem außergewöhnlichen Film einlassen kann, bekommt zwei Stunden erstklassiges Kino; alle anderen zwei Stunden gepflegte Langeweile.

8 von 10 Filmproduzenten

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