Ernst Corinth über
... denn zum Küssen sind sie
da
Wenn das FBI nicht
so schludrig arbeiten würde, wäre Gary Fleders Film schon
nach knapp einer halben Stunde vorbei: Da durchsucht also Amerikas
Bundespolizei ein überschaubares Terrain nach dem Versteck
eines Serienkillers, setzt dabei Hubschrauber und weiß der
Drehbuchschreiber ein, und findet trotzdem nichts. Obwohl eine
Kino-Stunde später dann der Polizist Alex Cross (Morgan
Freeman) über den wirklich gut sichtbaren Eingang zum
finsteren Verlies fast stolpert.
Zwar ist das nicht der einzige
Fehler des Films, aber dennoch bietet ,,Denn zum Küssen sind
sie da'' (nach dem Bestsellerroman von James Patterson) all das,
was Freunde dieses Genres mögen: Einen Psychopathen als
Killer, der seine Opfer nicht tötet, sondern ausnahmsweise mal
sammelt! Einen nachdenklichen Polizisten, der offenbar einen
Grundkurs Psychologie erfolgreich absolviert hat. Eine richtig
gruselige Szenen, die in einem einsam gelegenen Haus natürlich
bei Sturm und Regen spielt. Und eine atemberaubende Verfolgungsjagd
quer über den amerikanischen Kontinent, bei der die Logik
leider ein wenig auf der Strecke bleibt.
Und bemerkenswert an dieser x-ten
Variation über das immer gleiche Thema sind die beiden
Hauptdarsteller: Morgan Freeman, der als Polizist gewohnt integer
wirkt und überaus präsent agiert, und Ashley Judd (Kate
McTiernan), die sich mit netten Kickboxschlägen aus der sonst
üblichen und mittlerweile zum Gähnen langweiligen
weiblichen Opferrolle wunderbar freizuschlagen weiß. Ja, wenn
das Schule macht, dann haben unsere Serienkiller bald nichts mehr
zu lachen.
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