Ernst Corinth über Event Horizon - Am Rande des Universums
Wir schreiben mal wieder das Jahr 2047. Seit sieben Jahren ist das Raumschiff ,,Event Horizon'', das die Grenzen unseres Sonnensystems überschreiten sollte, spurlos verschwunden. Und nun macht sich Kapitän Miller (Laurence Fishburne) samt seiner kleinen Crew und dem schnellen Raumgleiter ,,Lewis and Clarke'' auf die Suche. Hinter dem Neptun, wo anfangs gar mächtige Gewitterstürme das All erbeben lassen (danach herrscht schlagartig und bis zum Filmende wieder kosmische Ruhe) werden sie fündig. Kurzerhand wird angedockt, die ,,Event Horizon'' untersucht, und dann - o weia - ist an Bord plötzlich die Hölle los ...
Was eigentlich noch fehlt, ist der Leibhaftige. Doch auf den hat Paul Anderson (,,Mortal Kombat'') komischerweise verzichtet. Dafür aber zitiert der englische Regisseur in ,,Event Horizon'' keck aus der Geschichte des Science-Fiction- und Horror-Films, von ,,Contact'' über ,,Hellraiser'' bis zum guten alten ,,Solaris'', und hat all die zusammengeklaubten mysteriösen Motive dann auch ganz gut verpackt: Produktionsdesign ist heute eben alles. Aber der Film selbst ist ihm dabei völlig aus der Hand geglitten.
dass an dem höllischen Durcheinander und dem blutigen Schlachtfest an Bord der neue Schwerkraftantrieb Schuld ist, der das Raumschiff gleichsam zu Leben erweckt, weil es das Tor zu einer ,,Dimension des reinen Chaos und puren Bösen'' durchbrochen hat, ist zwar genauso sinnfrei wie komisch. Bloß spannend ist es leider nicht. Und sogar die Horroreffekte - die Crew erlebt in Halluzinationen finstere Dinge aus ihrem Unterbewußten - haben sich so schnell abgenutzt, dass sie schließlich nur noch müdes Achselzucken hervorrufen. Design ist eben doch nicht alles.
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