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Deutschland Ende der 20er Jahre diesen Jahrhunderts. Der Künstler Harry Frommermann (Ulrich Noethen) ist - wie soviele seiner Kollegen - arbeitslos. Aber er hat eine Idee. Über eine Annonce sucht er Sänger für eine völlig neue Art von Gesangsgruppe - zumindest in Deutschland. Sein Vorbild ist die A-cappella Formation "The Revellers" aus den USA. Er möchte ähnliches mit deutschen Texten machen. Seine Anzeige hat Erfolg. Er lernt den Sänger Robert Biberti (Ben Becker) kennen. Dieser ist sofort Feuer und Flamme für die Idee. Und er erkennt ihr Potential. Außerdem kennt er die richtigen Leute. So stoßen noch die Sänger Cycowski (Heino Ferch), Collin (Heinrich Schafmeister) und Leschnikoff (Max Tidof) zu den beiden. Die Begleitung am Flügel übernimmt Bootz (Kai Wiesinger). Die "Comedian Harmonists" sind geboren. Aber vor dem Erfolg in der Öffentlichkeit stehen noch viele Proben und die ersten Spannungen. Denn die Musiker sind sehr unterschiedliche Typen. Als ein Agent die Musik als "Beerdigungsmusik" abkanzelt steht das Ensemble noch vor dem ersten öffentlichen Auftritt vor dem Zerfall. Aber man rafft sich noch mal auf, arrangiert die Stücke um und kann tatsächlich stürmische Erfolge feiern. Aber auch andere feiern Erfolge: Die Nazis ergreifen in Deutschland die Macht. Und denen sind die beswingten Lieder und vor allem die drei jüdischen Mitglieder der Comedian Harmonists ein rechtes Ärgernis. So ziehen sich schwarze Wolken über die erfolgreichen sechs Künstler zusammen ... Der Film konzentriert sich zwar auf den musikalischen Aufstieg des Sextetts, schildert aber auch die Spannungen innerhalb der Gruppe. So werben z.B. sowohl Frommermann als auch Biberti um das gleiche Mädchen (Meret Becker). Für die obligatorische Liebesgeschichte ist also gesorgt. Ganz am Rande werden auch politischen Veränderungen in Deutschland gezeigt. Die Musik steht aber ganz klar im Vordergrund. Wer die Musik der Comedian Harmonists mag, wird sicherlich auf seine Kosten kommen. Die anderen werden wohl so oder so nicht in den Film zu bekommen sein. Allerdings werden letztere einiges verpassen. Denn es ist schon was her, dass man soviele gute deutsche Schauspieler und Schauspielerinnen zusammen auf der großen Leinwand gesehen hat. Und alle sind sie sehenswert. Dies ist auch dem Regisseur Joseph Vilsmaier zu verdanken. Er hat es geschafft alle Talente unter einen Hut zu bringen und ähnlich den Comedian Harmonists zu einem Team zusammenzuschweißen. Sehr gut gelungen ist auch die Integration der Originalmusik. Die Lieder des Sextetts wurden digital aufbereitet und in die Filmszenen reingemischt. So fällt es nur bei einigen wenigen Szenen auf, dass nicht die Schauspieler selber singen (Was ja vielleicht auch ganz gut ist). Aber so gut die Story auch ist, so anrührend die Liebesgeschichte und die Schicksale der Bandmitglieder, eines schlägt alles um Längen: Die immer noch faszinierenden und mitreißenden Lieder der Comedian Harmonists. Fazit: Lebendig gemachte deutsche Musik(er)geschichte
7 von 10 kleinen grünen Kakteen
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