Gerhard Heeke über Titanic

"Titanic" steht nun nicht mehr nur eine der dramatischten Schiffsuntergänge der Welt sondern auch für großes und großartiges Kino.

Der Regisseur James Cameron beginnt mit der Entdeckung und Erforschung des Wrack der Titanic. Er nutzt diesen Aufhänger, um in die Zeit des edlen Reisens hinüberzudriften. Die Zuschauer begleiten die junge Rose (Kate Winslet) auf ihrer Reise mit der Titanic. Mit an Bord ist auch deren zukünftiger Eheman, ein schleimiger, unangehmer Typ namens Cal (Billy Zane). Und dann ist da noch der Lebenskünstler Jack (Leonardo DiCaprio), der seine Passage nach Amerika bei einem Pokerspiel gewonnen hat. Für Jack ist die Begegnung mit Rose die Liebe auf den ersten Blick. Er ist von der jungen Frau fasziniert. Das erste Drittel des Films konzentriert sich denn auch auf die Liebesgeschichte zwischen Rose und Jack. Cal ist von der Beziehung allerdings wenig begeistert und scheut auch nicht vor fiesen Methoden zurück. Aber schon konzentriert sich der Regisseur auf den zweiten, spannendenderen Teil des Films. Die "Unsinkbare" kollidiert mit einem Eisberg. Die Schiffswand wird wie mit einem Dosenöffner aufgerissen und das undenkbare passiert: Die Titanic sinkt. Der Film konzentriert sich dann vollkommen auf die letzte Stundes Schiffes, des Stolzes der britischen Marine.

Mit 194 Minuten ist der Film nicht gerade kurz geraten. Aber trotzdem habe ich mich nicht eine Minute gelangweilt. Sicher, der Film braucht ein wenig um richtig in Fahrt zu kommen. Aber wenn er dann losgelegt hat ist er wie ein Supertanker kaum zu bremsen. Die Handlung und Darsteller reißen den Zuschauer vollkommen mit in die Welt der Titanic. Der anschließende Untergang ist so lebensecht, wie er es in einem Film nur sein kann.

Leonardo DiCaprio, Kate Winslet und Billy Zane sind die tragenden Rollen in dieser Mega-Produktion und obwohl alle drei noch sehr junge Schauspieler sind, haben sie diese Prüfung mit Bravour bestanden. Sie verleihen dem Film in all seiner Gigantomanie und trotz der vielen Special Effects das notwendige Stück Menschlichkeit. Sie ermöglichen es dem Zuschauer sich mit dem Schicksal der Charaktere zu "identifizieren" und mit ihnen mitzufühlen. Das ist gutes, klassisches Kino.

Bei der Musik hat mir vorallem das Titanic-Thema sehr gut gefallen. Anonsten ist die Musik sehr auf gefälligkeit bedacht. Dem Kameramann sind sehr beindruckende Bilder gelungen. Alles in allem war es ein sehr erfreulicher Kinoabend.

Fazit: Großes Kino mit großen Schicksalsschlägen

9 von 10 Badewannenkapitänen

Dirk Jasper FilmLexikon
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