Ernst Corinth über Spiceworld

Die Welt der Spice Girls ist laut, bunt und grell. Und zuweilen ganz schön streßig. Vor allem wenn in fünf Tagen auf die Mädels ein Konzert wartet, das in der ganzen Welt (und darüber hinaus!) übertragen werden soll. Doch irgendwie kriegen sie es natürlich hin, und die, die es aus welchen Gründen auch immer verhindern wollen, bekommen dabei einen gewaltig auf die Mütze. Denn gegen ,,Girl Power'' ist nun einmal kein Gras gewachsen. Und das ist gut so.

Zwar klingt die Geschichte, die die Spice Girls zusammen mit Regisseur Bob Spier in ihrem ersten Spielfilm ihren Fans auftischen nicht nur dürftig, nein, sie es auch. Aber wen das stört, der sitzt sowieso im falschen Kino. Schließlich geht's in ,,Spiceworld'' einzig um das Lebensgefühl einer Generation, die zwischen Pop und Plastik noch ihren Weg sucht, die sich aus allen möglichen Versatzstücken ihr Leben zum Glück frech zusammenpuzzelt und dabei erst einmal nicht nach Sinn und Tiefe fragt.

Genau das spiegelt dieser Film wieder, der wie eine fröhliche Zitatensammlung aus der Geschichte der Popkultur daherkommt: Da gibt's mit Gaststar Roger Moore ein bißchen James Bond, wird die britische Boulevardpresse samt ihrer Paparazzi schrill karikiert, werden die Queen und ihr liebes Enkelchen erwähnt, ein paar Aliens schauen mal vorbei, und der schlank gewordene Meat Loaf spielt einen Busfahrer: Bilder und Figuren, die völlig beliebig, gleichwohl witzig zusammengefügt sind und mit der Musik der Band dann ein nettes plastikbuntes Kaleidoskop ergeben.

Dirk Jasper FilmLexikon
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