Ernst Corinth über
Spiceworld
Die Welt der Spice
Girls ist laut, bunt und grell. Und zuweilen ganz schön
streßig. Vor allem wenn in fünf Tagen auf die Mädels
ein Konzert wartet, das in der ganzen Welt (und darüber
hinaus!) übertragen werden soll. Doch irgendwie kriegen sie es
natürlich hin, und die, die es aus welchen Gründen auch
immer verhindern wollen, bekommen dabei einen gewaltig auf die
Mütze. Denn gegen ,,Girl Power'' ist nun einmal kein Gras
gewachsen. Und das ist gut so.
Zwar klingt die Geschichte, die
die Spice Girls zusammen mit Regisseur Bob Spier in ihrem ersten
Spielfilm ihren Fans auftischen nicht nur dürftig, nein, sie
es auch. Aber wen das stört, der sitzt sowieso im falschen
Kino. Schließlich geht's in ,,Spiceworld'' einzig um das
Lebensgefühl einer Generation, die zwischen Pop und Plastik
noch ihren Weg sucht, die sich aus allen möglichen
Versatzstücken ihr Leben zum Glück frech zusammenpuzzelt
und dabei erst einmal nicht nach Sinn und Tiefe
fragt.
Genau das spiegelt dieser Film
wieder, der wie eine fröhliche Zitatensammlung aus der
Geschichte der Popkultur daherkommt: Da gibt's mit Gaststar Roger
Moore ein bißchen James Bond, wird die britische
Boulevardpresse samt ihrer Paparazzi schrill karikiert, werden die
Queen und ihr liebes Enkelchen erwähnt, ein paar Aliens
schauen mal vorbei, und der schlank gewordene Meat Loaf spielt
einen Busfahrer: Bilder und Figuren, die völlig beliebig,
gleichwohl witzig zusammengefügt sind und mit der Musik der
Band dann ein nettes plastikbuntes Kaleidoskop ergeben.
| © 1999 © 1994 -
2010 Dirk Jasper |
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