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Manchmal kann das Leben allein schon ganz schön kompliziert sein. Aber wenn ein Vater den Geliebten seiner Tochter begehrt, und der junge knackige Mann auch nicht abgeneigt ist, gleichzeitig jedoch mit der Tochter weiter ins Bett stiefeln möchte, dann wird's noch komplizierter. Wie schwierig solch eine (hoffentlich?) nicht alltägliche Beziehung sein kann, zeigt Hermine Huntgeburths Film "Das Trio" am traurig-komischen Beispiel des alten Ganoven Zobel. Seit Jahren zieht er mit Tochter Lizzi (Jeanette Hain) und Lebenspartner Karl (wunderbar melancholisch: Christian Redl) als professioneller Taschendieb klauend durch die Städte. Die drei lieben, schlagen und versöhnen sich, sind aufeinander also richtig familiär eingespielt, doch plötzlich geschieht ein Unfall: Karl ist tot. Und nach einem anständigen Trauerbesäufnis sucht das übriggebliebene Gaunerduo einen neuen Mitarbeiter, findet ihn schließlich in Rudolf (Felix Eitner), und das sexuelle Verhängnis nimmt seinen komplizierten Verlauf. Stoff genug für eine Komödie oder eine Tragödie: Huntgeburths Film ist beides und zugleich ein deutsches Roadmovie, das von traurigen Helden am Rande unserer Gesellschaft erzählt, die auf Rummel- und Campingplätzen hausen, in Einkaufszentren und Bahnhöfen ihren elenden Job nachgehen und die gleichwohl so voller Kraft und Saft stecken, dass sie das Mitleid der Zuschauer gar nicht benötigen und sich irgendwelche sozialpädagogischen Erklärungsversuche von vornherein verbieten. So erfährt man nichts über ihren kriminellen Werdegang oder über ihre Vorgeschichte, statt dessen viel über Ganovenehre und über die "stolze" Tradition des Handwerks "Taschendiebstahl". Und allen voran marschiert natürlich der Patron Götz George, der als Zobel das Kunststück fertigbringt, so überzeugend schwul zu agieren, dass man hinterher das Verhältnis zwischen Schimanski und Thanner mit ganz anderen Augen sieht. Was George in diesem Film darstellerisch leistet. ist wirklich beachtlich, und wie er von seiner Regisseurin dabei sensibel und hautnah in Szene gesetzt wird, sehenswert. Aber nicht nur Georges Spiel lebt von vielen kleinen Gesten und vielsagenden Blicken, die Kameramann Martin Kukula in zahllosen Großaufnahmen eingefangen hat, auch die Beziehung zwischen Lizzi und Robert wird auf vergleichbar filmische Art erzählt. Und zu alledem kommen noch Dialoge, die lakonisch, ironisch und stets stimmig sind, und eine Tingeltangel-Musik (Niki Reiser), die einfach nicht hätte besser sein können.
dass die Regisseurin ihren drei Helden nach all den Niederlagen, Trennungen und emotionalen Katastrophen ein überraschendes Happyend gönnt, mag eine Schwäche des Films sein, ist aber wunderschön anzuschauen.
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