"Besser geht's
nicht", jedenfalls nicht für den Zwangsneurotiker Melvin Udall
(Jack Nicholson). Aber eigentlich auch nicht für den schwulen
Künstler Simon (Greg Kinnear) oder die resolute Kellnerin
Carol (Helen Hunt).
Melvin Udall ist ein erfolgreicher Schriftsteller und zugleich ein unausstehlicher Mensch. Er leidet unter Zwangsneurosen. So darf er auf der Straße zum Beispiel nicht auf die Fuge zwischen zwei Pflastersteinen treten. Wenn er sich die Hände wäscht nimmt er jedesmal ein neues Stück Seife. Und ins Café nimmt er immer sein eigenes Plastikbesteck mit. Zu seinen Mitmenschen spricht er sich im Regelfall nur in Beleidigungen. In seinem Stammlokal ist Carol die letzte Serviererin, die Melvin noch bedient. Außerdem macht sie ihm seine Grenzen klar - sie nimmt seine Unflätigkeiten nicht einfach hin, sie gibt ihm Kontra; dies fasziniert Melvin. Auch ansonsten hat es Carol nicht einfach: Sie ist allein erziehend und hat einen schwerkranken Sohn. Ihre flüchtigen Bekanntschaften verflüchtigen sich meist, wenn diese ihre Lage erkennen. Der Künstler Simon hingegen ist recht erfolgreich. Aber nach einem Überfall, der einen längeren Krankenhausaufenthalt nach sich gezogen hat, ist er pleite und seine künstlerische Inspiration hat sich noch nicht wieder eingefunden. Auch Simon ist regelmäßig die Zielscheibe der giftigen Sprüche Melvins. Allerdings stellt sich hier immer wieder sein Agent Frank (Cuba Gooding Jr.) schützend vor ihm. Frank hat allerdings keine Zeit, Simon zu dessen Eltern zu fahren. So bittet Frank Melvin seinen Schützling zu fahren. So machen sich schließlich diese drei unterschiedlichen Charaktere gemeinsam auf die Fahrt und die Beziehungen der drei nehmen unerwartete Wendungen ... Der Kern der Geschichte ist die seltsame Romanze zwischen Melvin und Carol. Den Film darauf zu reduzieren hieße aber ihm unrecht zu tun. Im Mittelpunkt steht zwar eindeutig Melvin und wie dieser mit seinen Neurosen und seinen Mitmenschen klar kommt, aber auch die anderen Charaktere dürfen sich entwickeln. Als ich das erstemal von dem Film hörte, dachte ich "nicht schon wieder so eine bedeutungsschwangere Geschichte von amerikanischen Großstadtmenschen". Aber insofern hat er mich schon überrascht. Er ist vielmehr Komödie (im positiven Sinne des Wortes) als manch anderer Film der letzten Monate, der als explizite Komödie angekündigt wurde. Der Film lebt förmlich von den scharfzüngigen Dialogen und den lustigen Situationen, die sich daraus ergeben. Dem Regisseur James L. Brooks ("Der Rosenkrieg", "Zeit der Zärtlichkeit" u. v. a.) ist es wieder gelungen, dass wirklich alle Schauspieler, bis in die letzte Rolle, ihr bestes geben. Wenn gleich mir Jack Nicholson doch etwas zu oft in seine eigene Klischeekiste gegriffen hat. Da fand ich Helen Hunt schon besser. Aber auch die Tiertrainer haben gute Arbeit geleistet. Eine Nebenrolle ist mit einem kleinen, knuffigen Hund besetzt. Es ist schon erstaunlich zu was man das Tier alles hat überreden können. Die Filmmusik von Hans Zimmer ist mir hingegen nicht sonderlich in Erinnerung geblieben. Auf der einen Seite sollte dies ja eigentlich auch nicht der Fall sein, denn die Filmmusik soll den Film, die Atmosphäre unterstützen und nicht dominieren. Aber andererseits ist dies auch ein Indiz dafür das die Musik irgendwo im Mainstream gefangen geblieben ist, und keinen Moment meine Aufmerksamkeit erregen konnte - noch nicht einmal an der langweiligsten Stelle. Und zum Ende hin, hat der Film einige Längen. Es scheint in der letzten Zeit in Mode gekommen zu sein, einen Film immer über die Zweistundengrenze hinweg retten zu wollen. Und die 138 Minuten von "Besser geht's nicht" sind eindeutig zu lang. 15-20 Minuten weniger hätten auch diesem Streifen gut getan. Nichtsdestotrotz kann man sich gut unterhalten fühlen. Denn wie die Charaktere miteinander verwoben werden ist sehr interessant anzusehen. Dies ist vor allem der Verdienst der Drehbuchautoren. Fazit: Schöne Komödie 8 von 10 Giftspritzen
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"Besser geht's
nicht", jedenfalls nicht für den Zwangsneurotiker Melvin Udall
(Jack Nicholson). Aber eigentlich auch nicht für den schwulen
Künstler Simon (Greg Kinnear) oder die resolute Kellnerin
Carol (Helen Hunt).