Das Wiegenlied einer Mutter erklingt in einem belagerten Dorf. Bei heimlichen Treffen prosten Freunde einander zu Kinder spielen Versteck in den Ruinen verlassener Gebäude. Auf dem Territorium städtischer Gangs tratschen Nachbarn am Gartenzaun. Auf Dächern umarmen sich Verliebte im Mondschein. Sie vergessen für einen kurzen Augenblick die Realität der auf den Straßen herrschenden Gewalt.
Danny und Maggie wissen, wie das ist. Sie fühlten sich schon zueinander hingezogen, während sie als Teenager in Belfast aufwuchsen, einer Stadt, in der ihr Leben von planloser Gefahr bestimmt wurde.
Sie haben gesehen, wie Kugeln Schlafzimmerfenster zerschmettern und Bomben Kneipen in die Luft jagen, und sie sind einer uralten, nicht in Frage zu stellenden Loyalität gegenüber den Verbindungen des Blutes, der Tradition und der sozialen Zugehörigkeit verpflichtet. Einen solchen Code zu brechen, würde bedeuten, vorsätzlich das Einzige zu opfern, das ihrem Volk Hoffnung gibt.
Und jetzt, nach 14 Jahren im Gefängnis, kehrt der ehemalige IRA-Kämpfer Danny in seinen Bezirk zurück, in dem Maggie es geschafft hat, zu überleben, indem sie Dannys besten Freund geheiratet und einen Sohn großgezogen hat.
Unsicher im Umgang mit seiner Umwelt, machen die 14 Jahre Abgeschiedenheit Danny innerlich schwer zu schaffen. Kulturelle Tabus und ungeschriebene Regeln arbeiten gegen Maggie und Danny. Freunde, Familienmitglieder und IRA-Angehörige beobachten jeden ihrer Schritte, registrieren ihre verbotenen Blicke.
Im Boxring aber ist Danny zu Hause. Dort liefern ihm die Regeln eine feste Struktur, ein Gerüst, das in den chaotischen Straßen von Belfast fehlt, und eröffnen ihm so einen Weg, sich mit Würde darzustellen und dabei sein Leben neu zu ordnen.
Maggie erkennt, dass sie noch immer an Danny hängt, und mitten in all dem Durcheinander beginnen die beiden, sich kurze Augenblicke zu stehlen - einen Blick, ein Wort, eine Berührung auszutauschen. In einer Welt, in der die Gewalt zum täglichen Leben gehört, ist dies das Gefährlichste, was sie machen können: sich zu verlieben.
Filmkritiken
film-dienst 04/1998: Ein ebenso ernsthafter wie aufrichtiger Film, der das Leid und Elend eines durch Bürgerkrieg zerrütteten Landes zeigt und sich vorbehaltlos dem Pazifismus verschrieben hat. Effektvoll inszeniert und überzeugend gespielt.
TV Today 04/1998: Sehenswertes Protokoll einer Romanze unter den Bedingungen des Krieges.
TV Spielfilm 04/1998: Starke Schauspieler in einem Film, der Wut und Mut macht.
Cinema 03/1998: Harte Kost, aber faszinierend.