In einer stürmischen Nacht im Sommer 1839 vor der Küste Kubas: 53 Schwarzafrikaner, gefangengehalten in den überfüllten Laderäumen des spanischen Sklavenschiffs "La Amistad", befreien sich von ihren Fesseln. Angeführt von Cinque bewaffnen sie sich, übernehmen die Kontrolle des Schiffs und erkämpfen sich damit ihre Freiheit zurück. Sie haben ein einziges Ziel: Ihre Heimat Afrika.
Sie haben jedoch nicht die nötigen Navigationskenntnisse, um sicher nach Hause zu finden. Und so müssen sich die Afrikaner auf die beiden Überlebenden der spanischen Besatzung verlassen - und werden überlistet. Nach zwei Monaten rauher Fahrt entlang der US-Ostküste wird die "Amistad" von einem US-Schiff vor der Küste von Connecticut abgefangen. Die Afrikaner werden wegen Mordes an der Besatzung vor Gericht gestellt.
Zu Beginn werden die Afrikaner von den Abolitionisten Theodore Joadson und Lewis Tappan sowie von einem jungen Immobilien-Anwalt namens Roger Baldwin verteidigt. Je mehr sich der Fall jedoch zum Symbol einer gespaltenen Nation entwickelt, desto verbissener kämpfen zwei große Amerikaner um ihren Standpunkt.
Der Verfechter der Sklaverei, Präsident Martin van Buren, will für eine weitere Amtsperiode gewählt werden und würde die illegal nach USA eingeschleusten Afrikaner opfern, um die Wählerstimmen der Südstaaten für sich zu gewinnen und gleichzeitig Königin Isabella von Spanien zufriedenzustellen.
Seinen Plänen steht jedoch der Ex-Präsident John Quincy Adams entgegen, der sich aus dem Ruhestand zurückmeldet, um die Afrikaner vor dem Obersten Bundesgericht der USA zu verteidigen.
Dieser Fall bringt die Grundfesten des US-Rechtssystems ins Wanken - für die angeklagten Afrikaner ist es jedoch keine Frage von Politik oder Ideologie. Es geht um ein Grundrecht aller Menschen: Freiheit!
Filmkritiken
Filmkritik von Gerhard Heeke
TV Movie 05/1998: Passend zum finsteren Thema drehte Steven Spielberg sein moralisch hochkorrektes Drama in düsteren Farben. Wie immer nutzt er dabei alle denkbaren dramaturgischen Mittel - bis an die Grenze zum tränenreichen Pathos. Aber mit genau diesem Gefühls-Mainstream brachte Spielberg ja auch "Die Farbe Lila" und "Schindlers Liste" Leuten nahe, die sich sonst wenig für historische "Roots" interessieren. Und das ist bei aller Melodramatik ein echtes Verdienst.
film-dienst 04/1998: Steven Spielberg hat das Geschehen getreu den historischen Fakten als filmische Rekreation der Prozesse und der Ereignisse auf den Sklavenschiffen inszeniert. Trotz einiger effektbetonter Szenen ein bemerkenswert an der humanitären Grundidee orientierter Film von dramatischer Kraft und überzeugender Darstellung. - Sehenswert ab 16.
TV Today 05/1998: Steven Spielberg, sonst ein begnadeter Gefühlsmanipulator, drehte den statischsten Film seiner Karriere. Seine guten Schauspieler Anthony Hopkins, Morgan Freeman und Djimon Hounsou verkauft er unter Wert - Matthew McConaughey kann's nicht besser. Fazit: Spielbergs bisher schlechtester Film hieß "Always". Dieser ist Always ultra.
TV Spielfilm 05/1998: Elegant gefilmtes Plädoyer für die Menschenwürde - von Hollywoods personifiziertem Gewissen.
Cinema 03/1998: Leider nur mittelprächtig: Spielbergs Sklavendrama.