Ernst Corinth über 2 Männer, 2 Frauen = 4 Probleme

Ob die Rechnung wirklich so einfach ist, wie es Vivian Naefe in ihrer zweiten Kinoregiearbeit behauptet, mögen andere entscheiden. Ihr Film jedenfalls hat mehr als vier Probleme. Im Mittelpunkt stehen zwei Ehepaare. Nick (Heino Ferch) und Charlotte (Hilde Van Miegheim) sind beide reich, aber unglücklich. Und Luis (Gedeon Burkhard: ohne Hund!) und Eva (Aglaia Szyszkowitz) sind beide arm und genauso unglücklich.

Luis betrügt schon seit längerer Zeit seine Frau mit Charlotte, und als er mit ihr nach Venedig fährt, kommt alles raus. Eva schnappt sich daraufhin Nick, ja, sie entführt den Staranwalt, und auf geht's mit Kind, Kegel und einer ollen Kiste gen Italien. Dabei erlebt das ungleiche Paar allerlei Abenteuer, schlimme, komische und gefährliche. Und während Luis und Charlotte von all dem nichts ahnen und sich in Venedig langsam auseinanderlieben, kommen die anderen beiden sich genauso langsam näher.

Am Schluß springt ,,Nichtschwimmer'' Heino Ferch gar ins Wasser, um zu seiner Geliebten zu paddeln. Und dazu ruft er aus voller Seele: ,,Ich liebe dich. Hilfe, ich gehe unter!'' Das ist kitschig, gleichwohl wunderschön. Doch den Film kann diese finale Szene nicht mehr retten.

Dafür hat er, wie gesagt, einfach zu viele Probleme. Beispielsweise wird nie so recht klar, ob er nun ein Roadmovie, eine Beziehungskomödie, eine Klamotte oder ein märchenhafter Liebesfilm sein soll. Von allem hat er zwar ein bißchen, aber zu einem einheitlichen Ganzen fügt sich der schwammige Genremix leider nicht. Und richtig ärgerlich sind die zahlreichen unglaubwürdigen Szenen und die arg konstruiert wirkenden kleinen und großen Katastrophen. Von den Pfützen, durch die grundsätzlich stets ein LKW fährt, um Nick und Eva lustig naß zu spritzen, mal ganz zu schweigen.

Dirk Jasper FilmLexikon
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