Ernst Corinth über Flubber

Flubber ist die Kurzform von "Flying Rubber", einer giftgrünen Gummimasse, die so hyperaktiv, lebendig und energiegeladen ist, dass sie in Les Mayfields Film sogar Komikerstar Robin Williams die Schau stiehlt. Vor allem wenn sie Mambo tanzt oder als kleiner Schleuderball durch die Nachbarschaft saust, Fenster durchschlägt, Teller zerdeppert und selbst die Haustiere in Angst und Schrecken versetzt.

Erfunden hat Flubber Professor Phillip Brainard, der so entsetzlich zerstreut ist, dass er bereits zum dritten Mal seine Braut im letzten Moment versetzt hat und sich nun bis zum Happy-End vorm Traualtar ganz schön abstrampeln muß. Warum der Professor, den Williams überraschend zurückhaltend spielt, überhaupt heiraten möchte, wird zwar nicht so recht klar, schließlich hat er in seinem Chaoten-Haushalt all das, was solch zerstreute Wissenschaftler benötigen, also eine nette Schar von Robotern und vor allem Weebo, ein fliegender Minicomputer, der mit weiblicher Stimme seinen alten Herren und Erfinder umschmeichelt.

Aber diese Hochzeitsepisode ist beileibe nicht das einzig Ungereimte an der Geschichte, die 1960 in einer abgespeckten Version unter dem Titel ,,Der zerstreute Professor'' im Kino schon einmal erzählt und die jetzt von Produzent und Autor John Hughes mit ausgeklügelten Computertricks aufgepeppt worden ist. dass Hughes für die ,,Allein zu Haus''-Reihe verantwortlich zeichnet, ist dabei allerdings unübersehbar. Auch in ,,Flubber'' steht Action eindeutig im Vordergrund, und mal wieder gibt's zwei strohdoofe Kleinganoven, die dem Professor das Gummizeug stehlen wollen und nun als Strafe nach allen Regeln des Slapsticks malträtiert werden.

Wer solche Szenen mag, der wird sich auch durch die recht einfältige Geschichte nicht weiter stören lassen und beim ,,tragischen'' Tod des digitalen Roboters Weebo vielleicht sogar zum Taschentuch greifen müssen. Obwohl dieser offenbar für eine Disney-Produktion unvermeidlich sentimentale Ausrutscher bei Lichte gesehen nicht nur unlogisch, sondern fast schon ein wenig pervers ist. Denn, liebe Kinder, Computer sterben nicht, nee, die Dinger gehen schlimmstenfalls kaputt. Und weinen kann man höchstens über die dann fällige Reparaturrechnung.

Dirk Jasper FilmLexikon
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